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Montag, Juni 03, 2019
Ein Winter in Heidelberg - Agustina bei Hilde
Aus Anlass des Todes von Agustina Bessa-Luís sei an den Blog-Eintrag vom 27. Juli 2009 erinnert (zum 100. Geburtstag von Hilde Domin).
"Ich verbrachte einen Winter in Heidelberg, im Haus einer Schriftstellerin, die einen Grossteil ihres Lebens exiliert war". So beginnt der zweite Abschnitt von Agustinas kurzer Erzählung Dominga (Erstveröffentlichung 2000). Dominga ist Agustinas Transfiguration von Hilde Löwenstein. 1954 begann diese unter dem Namen Hilde Domin Gedichte zu veröffentlichen - der Name huldigt der Exilheimat Santo Domingo, die sie im selben Jahr verliess. Kann man nach 22 Jahren Exil von Rückkehr sprechen? Im Sommersemester 1931 hatte sie in Heidelberg studiert - 30 Jahre später kehrte sie in dieselbe Stadt zurück, um dort bis zu ihrem Tod am 22. Februar 2006 zu leben. Dominga ist Agustinas Huldigung an Hilde Domin. Sie war fasziniert von der Lebenskraft der 90jährigen: "extremamente lúcida e com olhos azuis duma juventude ofuscante." Zugleich ist Dominga Selbstreflexion der damals 77jährigen Agustina. Das Schlüsselwort: Nicht Mut, sondern Wut: "Há coisas que nos consolam porque são irreparáveis. Imagine que tudo se pudesse compor neste mundo. Que os dinossauros voltavam, que os judeus se levantam das fossas onde foram empilhados como lixo. Será que tínhamos cara de os receber? O dó é necessário. A cólera é necessária", Hilde Domins Worte in Agustinas Feder. "Wann werden Sie abreisen?" - "Wann Sie wollen, Dominga. Gleich morgen" - "Es war nicht grob gemeint" - "Eu sei. Mas a cólera é necessária".
Handschuhe kaufen oder verlieren
Acht Jahre später. Als Agustina von Hilde Domins Tod erfuhr, sprach sie in ihrem Nachruf von einem "eleganten Tod": "Zusammenbruch mitten auf der Strasse (*), nachdem sie sich ein Paar Handschuhe gekauft hatte (eine eminent 'poetische Beschäftigung')". Im selben Jahr legte Agustina die Feder nieder (nach der Publikation ihres Spätwerks A Ronda da Noite) und zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück.
Agustinas Anmerkung zu Domins Tod erinnert mich heute an Emas Antwort auf Pedro Lumiares' Frage "Sabes porque somos um país de poetas?" in Vale Abraão:
"Eu não. Perdi uma luva, e atirei a outra fora porque tinha perdido a primeira. Depois encontrei-a e tive que atirá-la ao lixo, que era o que tinha feito à segunda. Isto é poesia ou o que é?"
Anderentags rutschte Ema aus. Ein eleganter Tod?
(*) tatsächlich war sie bei Glatteis ausgerutscht. Ihr selbstgewählter Grabspruch aus Nur eine Rose als Stütze (1959): "Ich setzte den Fuß in die Luft, / und sie trug."
Dienstag, Dezember 24, 2013
Weihnachtsstern
Madeira ist bekannt für die üppige Blüte der Weihnachtssterne. Daher zu Ort & Datum passend Bergmanns Gedicht «Strauch» (aus Atlantische Landschaften, 1951):
Mit sonnigstem Karmin sein Festgebot.
Jetzt kann er für sein Rotsein nichts mehr lernen,
Jetzt ist der Sternstrauch ungeduldig rot.
Sein Christfest ist ein purpurnes Sichfreuen
Und macht verlumpten Bettlern wieder Mut.
Er heißt die Reichen ihre Münzen streuen.
Die Scham des Sternstrauchs lodert voller Glut.
Mit zirpenden Gitarren kommen Bauern,
sie tänzeln täppisch an dem Strauch vorbei.
Die Meereswellen schauern, lauschen, lauern
Und warten auf des Sternstrauchs Herzensschrei.
Die Nacht ergrünt, zersplittert von Raketen,
Aus Kronen rieselt Silber auf die Stadt.
Da strahlt der Sternstrauch, um mitanzubeten,
Da blitzt rubinentrunken jedes Blatt.
Die Bauern zogen stadtwärts zum Altare,
Zum Kindchen in Brokat und Diamant.
Sie staunen über seine goldnen Haare,
Es donnert toll vor Freude der Atlant.
Zu Wolf Bergmann siehe den zweiteiligen Beitrag von Georg Laitenberger unter dem Titel "W.B. - Wahrhaftigkeit im Exil", veröffentlicht in der Luso-Hanseatischen Post 25 und 26 des Jahres 2004, anlässlich des 100. Geburtstags, der mit einer Matinee im Hirschparkhaus (Hamburg) gefeiert wurde.
Im Anhang des Programms der Gedenkfeier im Palácio Foz (Lissabon) die Chronik der Emigration 1932 bis 1954 von Charlotte Bergmann (geb. Manasse) in der portugiesischen Übersetzung von Bernardo Jerosch Herold und Clarisse Ferreira dos Santos.
Mittwoch, August 21, 2013
Spezialisten am Werk: Willy (oder Isy) Goldberger
Grossegesse, Orlando (1995), “Das Deutsche und das Europäische im Werk José Saramagos”. In: Portugal und Deutschland auf dem Weg nach Europa, (orgs.) Marília dos Santos Lopes, Ulrich Knefelkamp e Peter Hanenberg. Pfaffenweiler, Centaurus, 221-231.
Murtinheira, Alcides / Metzeltin, Igor (2010), Geschichte des portugiesischen Kinos. Wien, Praesens Verlag.
Weniger, Kay (2011), Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben … Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Hamburg, Acabus.
Sonntag, Juli 11, 2010
Kafka in Portugal / Kafka em Portugal
Trotz einiger Fehler in Titeln und Namen handelt es sich um eine gute informative Ausgangsbasis für alle, die sich mit der Rezeption von Kafka in Portugal beschäftigen wollen.
Die Liste ist aktueller als diejenige, die sich am Ende der Studie von Carlota Miranda Dias Pinto (IV Congresso da APLC, Évora, Mai 2001) befindet.
METAMORFOSES D’ A METAMORFOSE
CONTRIBUTO PARA A HISTÓRIA DA TRADUÇÃO DE DIE VERWANDLUNG, DE FRANZ
KAFKA, PARA PORTUGUÊS
In der Abteilung "Sobre Kafka" auch Angaben zu Studien und Kolloquien an portugiesischen Universitäten.
Interessant: Kafka in BD (Comic).
Mir scheint, dass Angaben über szenische Adaptierungen fehlen.
Bibliografia de e sobre Franz Kafka traduzida para português
.Livros publicados em Portugal
.De Kafka
.Sobre Kafka
.Links de textos em Português
Samstag, Juni 19, 2010
Hanna Schygulla erinnert an Lissabon «Hafen der Hoffnung»
Die Stadt Lissabon war in den Jahren, die der Roman beschreibt, ein «Hafen der Hoffnung» für so viele Verfolgte, die es über vielerlei Grenzen hinweg geschafft hatten, bis an diesen Rand Europas zu gelangen. Die Metropole, die 1940 mit der Ausstellung der «Portugiesischen Welt» das Imperium zelebrierte, war allerdings keineswegs die Oase des Friedens und der Toleranz, als die Lissabon nun oft im Rückblick idealisiert wird.
Sie kamen zwar in eine Stadt ohne Bedrohung durch Luftangriffe, ohne Verdunkelung, und sie bekamen in der Regel genügend zu essen, doch die Verfolgung hörte nicht auf: der Estado Novo Salazars kollaborierte mit Nazi-Deutschland. Die NSDAP hatte ein gut funktionierendes Netz von Spitzeln und die Bürokratie des Estado Novo verstand es, die Verfolgten noch ein letztes Mal zu schröpfen, bevor sie sich - mit etwas Glück - nach Süd- oder Nordamerika einschiffen konnten.
Illustrative Dokumente zu der Gedenkveranstaltung finden sich auf der Kultur-Seite der Deutschen Botschaft Lissabon, auf Portugiesisch und Deutsch
Frau Tod hat ihn abgeholt - José Saramago
An diesem Ort über Saramago zu schreiben, ist vollauf gerechtfertigt. Die Beziehung Saramagos zur deutschsprachigen Welt ist eine besondere, zumindest seitdem er 1955 Erich Maria Remarque und 1956/57 die bekannnte 08/15 Trilogie von Hans Hellmut Kirst aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt hatte. Später finden sich in seinen Romanen immer wieder Figurationen der 'deutschen Identität' - Machthaber oder Handlanger in Machtstrukturen, zum Beispiel die deutschen Latifundienbesitzer in Levantado do Chão (1980). 1985 erschien als Hoffnung im Alentejo gerade dieser Roman als erster in deutscher Übersetzung - damals noch im Aufbau Verlag der DDR.
Es war 1978 in einem Ostberliner Hotel, als ihm - erschöpft auf dem Bett liegend - die Idee O ano da morte de Ricardo Reis zu schreiben, "von der Decke fiel". In diesem Roman tauchen auch ein paar Dialogsequenzen auf Deutsch - in lautlicher Umschrift - auf (ich glaube, die einzigen): Kameramänner, die im Dienste der Propaganda des Estado Novo 1936 A Revolução Nacional drehten.
1980 erscheint seine Übersetzung (wiederum aus dem Französischen) von Otto Zierers Deutscher Geschichte. Die sicherlich stärkste Beziehung, was die Textproduktion betrifft, ist das Libretto In Nomine Dei zur Oper Divara - Wasser und Blut (am 31. Oktober 1993 in Münster uraufgeführt), die die genaue Recherche eines dunklen Kapitels der Stadtgeschichte als 'Jerusalem' der Anabaptisten voraussetzte. Und sein vorletztes Buch A Viagem do Elefante (2008) geht auf einen Besuch in Salzburg am 23.November 1999 zurück, als er im Gasthaus zum Elefanten von der Geschichte erfuhr.
Saramago war viel in Deutschland und Österreich unterwegs. Alle seine Romane und vieles mehr wurden ins Deutsche übersetzt. Nach Andreas Klotsch und Ray-Güde Mertin wurde Marianne Gareis, die auch einige Jahre bei uns in Braga gelebt hat, zur Saramago-Übersetzerin des späten Romanwerkes ab A Caverna (Das Zentrum).
Als die Entscheidung der Schwedischen Akademie am 8.Oktober 1998 bekannt wurde, hatte er gerade die Frankfurter Buchmesse verlassen: man holte ihn zurück und feierte ihn auf einer improvisierten Pressekonferenz als den ersten (und bisher einzigen) Nobelpreisträger portugiesischer Sprache. Das Foto, in der er der glücklichen Ray-Güde Mertin (2007 verstorben), seiner internationalen Literaturagentin, inmitten des Gedränges die Hand küsst, ging um die Welt (leider habe ich nur das folgende Foto von der Buchmesse zur Hand).

Die Rezeption Saramagos im deutschsprachigen Raum kann sicherlich im internationalen Vergleich als privilegiert bezeichnet werden, was die Übersetzung, Medien und Presse betrifft: Saramago ist bekannt. Sein Tod hat sofort zahlreiche Nachrufe ausgelöst und beispielsweise den Spiegel dazu bewegt, zusätzlich ein Dossier zusammen zu stellen.
Im akademischen Bereich gibt es seit 1980 eine Reihe von Studien, die sich mit Saramagos Werk beschäftigen. Diese Aktivität ist leider kaum über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt geworden.
Ich selbst bin durch ein Proseminar zu Memorial do Convento von meinem Lektor José Pinto Novais 1983 dazu verleitet worden, Saramago zu lesen. Ihm habe ich daher auch die 1992 veröffentlichte Studie zu diesem Roman gewidmet. Dieser sollten über die Jahre hinweg viele weitere folgen. 1996 hatte ich Gelegenheit, ein paar Tage mit José Saramago und seiner Frau Pilar del Río zu verbringen, als am 19.-20. September in Amherst (Massachusetts) das erste internationale Kolloquium zu Saramago stattfand und wir danach im Greyhound-Bus nach New York fuhren (siehe Cadernos de Lanzarote. Diário IV, Seite 221-23).
Seitdem sind wir sporadisch in Kontakt geblieben. Ich bin kein absoluter Saramago-Fan geworden, aber doch so weit vertraut, dass ich viele Vorurteile, die so leichtfertig über sein Werk und seine Person in den Medien und in der Blogsphäre verbreitet werden, nicht teilen kann. Ebensowenig kann ich mit der Heuchelei des Staatsbegräbnisses anfangen, bei dem Persönlichkeiten am Toten vorbei defilieren, die dem Lebenden nie die Hand gegeben hätten. An dieser Entwicklung ist Saramago selbst nicht ganz unschuldig, hat er sich doch immer dem Medienspektakel ausgesetzt.

Ein durchaus vieldeutiges, ja ambivalentes Porträt habe ich in "Zur Einführung - Augenblicke" in der zweiten Auflage meines Buches Saramago lesen (Berlin, Edition tranvía 2009) zu zeichnen versucht. Das Ganze soll eine Art Handbuch sein. Gegenüber der Erstausgabe 1998 wurde es stark aktualisiert und erweitert. Der 20-seitige biographische Abriss klingt dabei in denselben Worten Saramagos vom Oktober 2008 aus, mit denen ich diesen Blog-Text begonnen habe: "Meine Lebensuhr wäre fast stehen geblieben." Die Wirkung seines Werkes wird sicherlich nicht stehen bleiben.
Auf Englisch:
Homage to José Saramago, von Christoper Rollason
Sonntag, Juni 06, 2010
100 Jahre Malte Laurids Brigge
Berliner Zeitung
Im Scheinwerfer des Herzens
Vor hundert Jahren erschien Rilkes Epochenbuch "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"
Bereits einen Monat zuvor erschienen:
Rilkes „Brigge“ wird 100
Das opus magnum des Wortmagiers zum Wiederlesen
Dorothee Arndt
© Die Berliner Literaturkritik, 30.04.10
Aber mich interessierte natürlich auch, ob sich jemand in Portugal daran erinnerte - und siehe da, in der portugiesischen Blogosphäre finde ich in Contra Mundum aus der Feder von H.G.Cancela Anmerkungen zu Os Cadernos de Malte Laurids Brigge vom 23.Mai 2010, die mit einem vergleichenden Lob enden und den Ort in der portugiesischen Leselandschaft markieren:
É um livro de formação, um livro do final da adolescência — já não o momento da descoberta, mas o da consciência dos limites da própria descoberta. Depois deste livro, textos como (por exemplo, e reportando-nos a uma obra com a qual partilha muitas afinidades) o Livro do Desassossego surgem de uma quase confrangedora banalidade. Espantoso exercício de afirmação de fé na escrita e nos seus limites, o romance de Rilke surge como instrumento senão de redenção, pelo menos de reconstrução da sua impossibilidade:
«Este jovem, este estrangeiro sem importância, este Brigge, terá de se sentar no seu quinto andar e escrever, dia e noite: sim, terá de escrever, e isso será o fim.»
Na tradução de Paulo Quintela, este é um dos mais importantes livros em língua portuguesa do século XX.
Sonntag, März 14, 2010
Portugal im Chandos-Brief
Die hinterlassenen Aufzeichnungen meines Großvaters, des Herzogs von Exeter, über seine Negoziationen mit Frankreich und Portugal gaben mir eine Art von Grundlage. Und aus dem Sallust floß in jenen glücklichen belebten Tagen wie durch nie verstopfte Röhren die Erkenntnis der Form in mich herüber, jener tiefen wahren inneren Form, die jenseits des Geheges der rhetorischen Kunststücke erst geahnt werden kann, die, von welcher man nicht mehr sagen kann, daß sie das Stoffliche anordne, denn sie durchdringt es, sie hebt es auf und schafft Dichtung und Wahrheit zugleich, ein Widerspiel ewiger Kräfte, ein Ding, herrlich wie Musik und Algebra. Dies war mein Lieblingsplan.
Wenn der Brief 1603 an Francis Bacon geschrieben worden sein soll, dann kann der Grossvater des 26jährigen Lord Chandos, des jüngeren Sohns des Earl of Bath, unmöglich John Holland, der 2. Duque of Exeter, gewesen sein, der angeblich in zweiter Ehe 1439 Beatriz de Portugal (1386-1447), Bastardtochter von König João I und Inês Pires, geheiratet haben soll. Und auch nicht dessen Sohn Henry Holland (1430-75), der 3.Duque, der ja nur eine Tochter Anne Holland hatte. Es fehlen da noch über hundert Jahre. Von welchem Herzog von Exeter ist da wohl die Rede?
Sonntag, Januar 31, 2010
Portugiesische Leser von Musils «Mann ohne Eigenschaften»
Das erinnert mich an den «Tag des Buches» 2003, als Eduardo Prado Coelho in einem Programm der SIC hartnäckig nach seinem «Lebensbuch» gefragt wurde (natürlich wollte der Journalist ein Werk portugiesischer Literatur zur Antwort): "Wenn Sie darauf bestehen, dann vielleicht Der Mann ohne Eigenschaften...
Montag, Juli 27, 2009
Nicht müde werden - zum 100. von Hilde Domin
Ehrlich gesagt hätte ich es auch fast wieder vergessen, wäre mir nicht die erste Ausgabe des zweisprachigen Büchleins estende a mão ao milagre (Cosmorama, Juni 2006; Übersetzung Maria José Peixoto Lieberwirth) zufällig (?) wieder in die Hände gefallen.
In Portugal hat man besonderen Grund, sich ihrer zu erinnern. Vor zehn Jahren, 1999, lernten sich Hilde Domin und Agustina Bessa-Luís kennen. Damit war der Keim gelegt für die kleine Erzählung Dominga.
Nach ihrem Tod am 22. Februar 2006 schrieb Agustina Bessa-Luís: "Lembro-me dela, e da pomba litúrgica, pomba do Espírito Santo, por cima da cama. Do vento que sacudia as janelas, das paredes forradas de livros de História, de Arte, de muitas coisas. Não sei se alguém se vai lembrar dela como eu: como o fulgor de uma vida, tranquila na sua razão de protesto e de revolta, de tudo o que faz de nós todos seres padecentes e optimistas, e poetas."
Ich erinnere mich, dass mir dieses Büchlein von Frau Nora Carvalho und der einstigen Konsulin von Porto, Frau Maria Altmann, der wir hier so viel verdanken, in die Hand gedrückt wurde, und wiederhole die Verse, die wir so gut kennen: "Nicht müde werden / sondern dem Wunder / leise / wie einem Vogel / die Hand hinhalten."
Samstag, Mai 23, 2009
Brecht von der poetischen Seite
Recital de Poesia auf Portugiesisch, Gedichte in der Übersetzung von Paulo Quintela, vertont.
A poesia de Bertolt Brecht
com
Ana Arqueiro, Carlos Silva, Cristiana Oliveira (Soprano), Daniel Pereira (bandolim), Fernando Duarte, Francisco Serafim (percussão), Gaspar Machado, Hugo Cunha (piano), Irene Brito, Luísa Fontoura e Pedro Guimarães (viola).
Direcção: António Durães.
Cumplicidades: Biblioteca Pública de Braga; Velha-a-Branca - Estaleiro Cultural
Montag, Februar 16, 2009
Dem Wunder die Hand hinhalten
Em 1999, Agustina Bessa-Luís escreveu um texto intitulado Dominga, sobre um inverno passado em Heidelberg, na casa de uma escritora nonagenária, «que estivera a maior parte da vida no exílio» (República Dominicana) e se mantinha «extremamente lúcida», com os seus «olhos azuis de uma beleza ofuscante».
Essa mulher extraordinária e ingrata, fora do tempo, imersa na memória da devoção por Saint-Exupéry, era Hilde Domin (1909-2006) – uma singularíssima poeta alemã que o crítico Marcel Reich-Ranicki colocou fora das duas grandes correntes da poesia germânica: a «solene, sacerdotal, sacra» (de Hölderlin a Paul Celan) e a «profana e racional» (de Schiller a Brecht).
Nesta antologia, organizada e traduzida por Maria José Peixoto Lieberwirth, embora nalguns dos versos transpareça aquilo que se tornou a imagem de marca de Domin – uma escrita de protesto, de «revolta e rebelião» contra a indiferença e o conformismo; poesia de raiz judaica mas «fora de toda a regra» –, o que sobressai é o ímpeto lírico que modula a sua voz:
Tem de se conter a respiração
até que o vento amaine
e o ar desconhecido nos comece a envolver,
até que o jogo de luz e sombra,
de verde e azul,
nos mostre as estruturas antigas
e estamos em casa,
seja onde for.
Em 2006, Agustina escreve novamente sobre Domin, a propósito da sua «morte elegante»: colapso no meio da rua, depois de adquirir um par de luvas (esse «trabalho poético»). A escritora portuguesa gaba-lhe quer a «imensa força e lucidez» quer o facto de reservar, para ela própria, «um dedo de paixão, como um dedo de bebida espirituosa». E é difícil não concordar com Agustina quando deparamos com estrofes como esta:
Eu não forcei ninguém para a luz
só palavras
palavras não voltam a cabeça
elas levantam-se
imediatamente
e vão-se.
Estende a mão ao milagre
Dem Wunder die Hand hinhalten
Tradução: Maria José Peixoto Lieberwirth
Editora: Cosmorama, 2008.
P.D.: Am 27.Juli dieses Jahres kann Hilde Domins 100. Geburtstag gefeiert werden.
(*) Nachtrag: Inzwischen habe ich den Text Dominga in der zweisprachigen Ausgabe (Neuauflage Cosmorama, 2008) portugiesisch / deutsch (Übersetzung Klaus-Dieter Lieberwirth) kennen gelernt.



