Comunidade virtual dos interessados nas relações luso-alemãs*
Sonntag, März 14, 2010
Castanheira Barros: «Ich habe ein Projekt»
A performance deste putativo challenger no congresso do PSD mais parecia um daqueles freak shows de stand-up comedy que não roubam gargalhadas, antes antecipam bocejos e põem congressistas às cabeçadas no vazio: um flop.
Castanheira Barros quis mostrar que está aí para as curvas; e se o outro tratava todos os líderes europeus por Tu ("you") e o outro hablava español en las hueras, Castanheira Barros mostrou que tem um plano, que, pelo que se depreende, passa por reproduzir em todas as línguas do mundo a expressão: "eu tenho um projecto, I have a project, j'ai un plan, tengo un plano".
Oh, Bruno, não estás muito longe da «Aufsteh-Komödie» da tua vítima. O teu português ironicamente americanizado faz bocejar e não sei se é pensado para ser engraçado que entre "todas as línguas do mundo" falta precisamente o alemão que o próprio Castanheira Barros mais salientou ("Ich habe ein Projekt") por ter feito a sua pós-graduação na Alemanha. Será que o Bruno não sabe alemão? Dann ist es Zeit, dass er ein Projekt hat.
Samstag, März 13, 2010
Fundgrube Populärkultur

Kürzlich habe ich per Zufall den Blog (oder besser: Gruppe von Blogs) unter dem Motto «Portugal através do Mundo» entdeckt.
Obwohl "Alemanha" kein besonders ergiebiger Deskriptor ist und oft in französischer Übersetzung erscheint, finden sich immerhin 21 Einträge hauptsächlich der Populärkultur. Von Film, Schlager bis hin zur Autowerbung in der urbanen Landschaft Lissabons findet man viel Vergessenes und Unbekanntes von den Vierziger Jahren bis zur Gegenwart.

Eine Fundgrube für zukünftige Estudos Luso-alemães...
Sonntag, Januar 31, 2010
Portugiesische Leser von Musils «Mann ohne Eigenschaften»
Das erinnert mich an den «Tag des Buches» 2003, als Eduardo Prado Coelho in einem Programm der SIC hartnäckig nach seinem «Lebensbuch» gefragt wurde (natürlich wollte der Journalist ein Werk portugiesischer Literatur zur Antwort): "Wenn Sie darauf bestehen, dann vielleicht Der Mann ohne Eigenschaften...
Samstag, Januar 09, 2010
Die Fälscher kommen wieder...

Am 25. Februar 2008 fragte Gabriel in diesem Blog, wann endlich Die Fälscher in Portugal zu sehen sein würden. Knapp ein Jahr nach der Weltprämiere im März 2007 kam der Film dann hierzulande in die Kinos, ohne nennenswertes Echo hervorzurufen.
Es fehlte nicht an kritischen Stimmen:
“É um exagero ter dado a este título austríaco o Óscar de Melhor Filme Estrangeiro. Mas a realização de Stefan Ruzowitsky tem o mérito da contenção”
João Lopes, Diário de Notícias
“(...) um filme que, apesar dos clichês do género, tem uma forte componente dramática e um suspense bem trabalhado, reforçado por um trabalho de fotografia eficaz, a que se junta um convincente grupo de actores”
Manuel Cintra Ferreira, Expresso
“(...) não se trata de nenhuma obra-prima. É uma excelente história num contexto histórico (...) mas que, cinematograficamente, talvez precise de se reinventar para que o futuro não o banalize”
Ana Markl, Sol
Dienstag, Dezember 29, 2009
Performance / Performanz
VII. FAGE TAGUNG in Zusammenarbeit mit APEG
16.-18. September 2010, Universitat de València (Valencia, Spanien)
Ähnliche Begriffe, unterschiedliche Konzepte. Immer stärker wird in den Geisteswissenschaften das Augenmerk auf den Prozess und nicht das Resultat gerichtet. Die Länder der Europäischen Gemeinschaft sehen das „lifelong learning“ als eines ihrer wesentlichen Ziele an, damit wir den schnellen Veränderungen in unserer Umwelt folgen können. Körper, Raum, Stimme lösen die Vision einer Objekt-Subjekt orientierten Welt ab. Die sich ergänzenden, aber auch widersprüchlichen Definitionen der Begriffe Performance und Performanz sollen Anlass für produktive Deutungen und Auseinandersetzungen geben und vor allem zu weiteren Gedanken und Handlungen anregen.
Themenvorschläge und Exposé (200-250 Worte) werden bis zum 15. Januar 2010 als Word-Dokument erbeten an die jeweilige/n Sektionsleiter/in und an die Tagungskoordinatorin Brigitte Jirku.Information zu Sektionen aus der Literatur-, Kultur-, Translations- und Sprachwissenschaft sowie Kontakte auf der Webseite der APEG.
Montag, Dezember 28, 2009
10 Jahre DUALE Hotelfachausbildung in Portimão
Hans-Joachim Böhmer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Portugiesischen Industrie- und Handelskammer (DPIHK) kündigte die Erweiterung des Ausbildungsangebotes im Centro DUAL Portimão an: ab dem Jahr 2010 wird die Ausbildung zum Hotelfachmann erstmalig auch auf Portugiesisch angeboten.
Luís Tavares, Vizepräsident von Turismo do Algarve, betonte die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für den in Portugal bedeutenden Wirtschaftsfaktor Tourismus und lobte die besondere Initiative der DPIHK im Bereich der Berufsqualifizierung.
Die Leiterin von DUAL, Bernadette Dambacher, dankte der Koordinatorin des Centro DUAL Portimão, Anabela Baptista, herzlich für Ihre Verdienste.
Pünktlich zum 10-jährigen erschien auch das Kochbuch DUAL CULINÁRIA. Die Zusammenstellung ausgewählter kulinarischer Leckerbissen aus Portugal wurde von Auszubildenden, Ausbildungsbetrieben, Lehrern und Chefköchen zusammengestellt: neben deftigen Fleischgerichten eine große Auswahl an Rezepten mit Fisch und Meeresfrüchten. Viel Vergnügen beim Nachkochen sowie beim kulinarischen und kulturellen Streifzug durch Portugal.
DUAL CULINÁRIA ist ab sofort in allen drei Zentren von DUAL für 10€ erhältlich.
Diese Nachricht ist willkommene Gelegenheit, noch vor Jahresende ein Link auf die Seite der DPIHK / CCILA zu legen, wo sich weitere Informationen finden.
Zum Neuen Jahr 2010
Viel Freude, Gesundheit & Erfolg
Guten Rutsch ins Jahr 2010
Freitag, November 27, 2009
Die Verbindung Braga - Hamburg
Immer wieder schmökere ich in den Artikeln des gut sortierten Archivs der Portugal-Post, um Wissenswertes zu den Deutsch-Portugiesischen Beziehungen zu erfahren - man findet da so manchen interessanten Lebenslauf zwischen den Kulturen.
Die Beziehung der Bragenser Germanistik zur Hamburger Lusitanistik ist besonders dicht, was die Dozenten- und Studentenschaft betrifft. Das muss einmal gesagt werden. Natürlich in der Hoffung, dass so eine Erklärung auch diesen Blog weiter belebt. Ich erinnere nur an verschiedene frühere und jetzige Mestrado-Studenten mit Hamburger Lebens- und Studierhintergrund wie Claudia Breitbarth (Lektorin Braga), Sofia Unkart (Lektorin HH), Carina Eira und Gabriel Lourenço Silva, dem Initiator dieses Blogs.
Zu Eduardo Lourenço als Lektor an der Hamburger Universität habe ich schon in einem früheren Post geschrieben. Ich glaube, das letzte Mal war ich selbst im Dezember 2007 zum Torga-Kolloquium dort.
Notiz am Rande des lusitanischen Hamburgs: am S-Bahnhof-Dammtor kann man sich echte natas schmecken lassen!

Die 1854 in Thüringen gebürtige Romanisitin Luise Ey gab nach ihrer Rückkehr aus Portugal von 1909 an in Hamburg Portugiesischunterricht. Zunächst am Kolonialinstitut, später an der frisch gegründeten Universität (1919 bis 1923). Sie hatte sich in Porto mit Carolina Michaëlis befreundet, der 1923 die Universität Hamburg die Ehrendoktorwürde verlieh. Leider hatte ich jetzt keine Zeit, zum Kolloquium zu Carolina Michaëlis und Joaquim Vasconcelos (19. bis 21. November) nach Porto zu fahren.
Spätestens zum 2. Intensivseminar des MneGIC-Projekts im Mai 2010 werden Dozenten und Studenten aus Hamburg und Braga wieder ausgiebig ins Gespräch kommen - diesmal im sonnigen Salerno, dort wo die Zitronen blühn...
Sonntag, November 08, 2009
Schwanengesang

Der rüstige Bariton Oliveira Lopes beeindruckte durch seine Stimm- und Gedächtnisstärke, als er ohne jede Texthilfe überzeugend die Lieder in den verschiedenen Stillagen sicher interpretierte, begleitet von Luís Pipa am Piano. "Schubert ist mein Leben", bekannte Oliveira Lopes mir danach, während er Programmhefte (mit dem Bildmotiv von Caspar David Friedrichs «Eismeer») für die zahlreichen Bewunderer signierte - denn einige hatten ihn schon vor vierzig, dreissig Jahren in ihrer Kindheit oder Jugend gehört!

Liederabende des deutschsprachigen Liedes haben mittlerweile einen festen Platz im kulturellen Angebot der Stadt Braga. Es sei nur an Die Schöne Müllerin mit Manuel Pedro Nunes (Bariton) und Paule Grimaldi am Klavier erinnert (Museu Nogueira da Silva, 26. Mai 2007) und am selben Ort und mit denselben Interpreten Lieder von Robert Schumann und Hugo Wolf zu Gedichten Joseph von Eichendorffs (Hommage Prof. Erwin Koller, 24. November 2007). Und erneut Robert Schumanns Dichterliebe mit dem Tenor Marcos Santos und Paule Grimaldi am Klavier in der «Museumsnacht» vom 16.Mai 2009 (siehe Post).
Die Mauer fiel - 20 Jahre danach
Morgen wird es auch an der Universidade do Minho (ILCH - Sala de Actos) eine Gedenkveranstaltung geben:
14h00: The Fall of the Berlin Wall. From Divided Germany to Reunification (Doku von Jens Nicolai, Spiegel TV & DW-TV, Deutsche Welle, 2009) [30 min.]
Vorträge [Moderation: Prof. Dr. Mário Matos, Direktor des DEGE]
14h30 - Dr.ª Nadejda Nagovitsina Machado (Universidade do Minho, DEGE):
Perestroika: olhares de vivência?
15h00 - Dr. Sérgio Lorré:
20 anos sem Muro – Vivências berlinenses em 1989 [Apresentação de livro com fotos]
15h30 - Prof. Dr. Miguel Bandeira (Universidade do Minho, ICS):
O Teatro do Mundo - expedição histórica Lisboa-Berlim (28 de Dezembro de 1989)
[com apresentação de um diaporama de testemunho pessoal]
16h00-16h30 – Kaffeepause
16h30: Dr.ª Claudia Breitbarth (Universidade do Minho, DEGE): O Leste que num instante se tornou Oeste
17h00 Prof.ª Drª Teresa Pinheiro (Universität Chemnitz): Discursos memorialistas em torno dos 20 anos da Queda do Muro de Berlim
Postdata: Ausgehend von dieser Veranstaltung und der Ausstellung Ortszeit im Museu D.Diogo de Sousa hat der Kanal UP eine zweiteilige Produktion mit kurzen Interviews gemacht. Über das Buch von Sérgio Lorré.
Montag, Oktober 05, 2009
Mehr als ein Schnupftuch...
Dieses Projekt bedeutet in seiner ersten Stufe eine Investition von 10 Millionen Euro und die Schaffung von 86 direkten Arbeitsplätzen. Der Konsul der Bundesrepublik Deutschland, Thomas Kern, begleitete die Verhandlungen unterstützend, die nun ihren erfolgreichen Abschluss gefunden haben. Damit wird die Stärke der deutschen Investitionen in Nordportugal unter Beweis gestellt.
Bild: der Bürgermeister erklärt Thomas Pelster das typische Produkt Vila Verdes: o lenço de namorados [Schnupftuch mit eingestickter Liebeserklärung]
Mittwoch, Juli 29, 2009
Deutsch ist wichtig: Bosch verlegt GPS-Produktion nach Braga

Schon in den letzten Tagen gab es in der Lokalpresse wiederholt Stellenausschreibungen im Bereich Vertrieb, Verwaltung und Kommunikation, die neben einer abgeschlossenen Schulbildung der Sekundarstufe zwei Bedingungen der Bewerbung in dieser Reihenfolge nannten:
1. ausgezeichnete Deutschkenntnisse in Schrift und Rede;
2. gute Englischkenntnisse in Schrift und Rede.
Die Firmenverwaltung teilte mit, dass in den nächsten Monaten insgesamt 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. PR-Sprecherin von Bosch-Braga, Susana Machado, die an der Universidade do Minho Kommunikationswissenschaft mit Option Deutsch studiert hatte, teilte mit, dass die Verlagerung der Produktion und der damit verbundenen Anpassung der Logistik bis Ende des Jahres abgeschlossen sein dürfte.
Mit diesem entscheidenden Betriebsentwicklung ergeben sich auch verstärkt Motive, die Beziehung von Bosch, der Universidade do Minho und der Stadt Braga neu zu definieren. Hierzu ist ein inhaltlicher Beitrag der Firma Bosch am APEG-Forum German Studies am 6./7. November in Aussicht gestellt, um das Thema möglicher Synenergien zwischen Wirtschaft, Bildung und Kultur an diesem glokalen Fallbeispiel vor Ort unter die Lupe zu nehmen.
Montag, Juli 27, 2009
Nicht müde werden - zum 100. von Hilde Domin
Ehrlich gesagt hätte ich es auch fast wieder vergessen, wäre mir nicht die erste Ausgabe des zweisprachigen Büchleins estende a mão ao milagre (Cosmorama, Juni 2006; Übersetzung Maria José Peixoto Lieberwirth) zufällig (?) wieder in die Hände gefallen.
In Portugal hat man besonderen Grund, sich ihrer zu erinnern. Vor zehn Jahren, 1999, lernten sich Hilde Domin und Agustina Bessa-Luís kennen. Damit war der Keim gelegt für die kleine Erzählung Dominga.
Nach ihrem Tod am 22. Februar 2006 schrieb Agustina Bessa-Luís: "Lembro-me dela, e da pomba litúrgica, pomba do Espírito Santo, por cima da cama. Do vento que sacudia as janelas, das paredes forradas de livros de História, de Arte, de muitas coisas. Não sei se alguém se vai lembrar dela como eu: como o fulgor de uma vida, tranquila na sua razão de protesto e de revolta, de tudo o que faz de nós todos seres padecentes e optimistas, e poetas."
Ich erinnere mich, dass mir dieses Büchlein von Frau Nora Carvalho und der einstigen Konsulin von Porto, Frau Maria Altmann, der wir hier so viel verdanken, in die Hand gedrückt wurde, und wiederhole die Verse, die wir so gut kennen: "Nicht müde werden / sondern dem Wunder / leise / wie einem Vogel / die Hand hinhalten."
Sonntag, Juli 12, 2009
Palermo Shooting in Braga

Samstag, Mai 23, 2009
Brecht von der poetischen Seite
Recital de Poesia auf Portugiesisch, Gedichte in der Übersetzung von Paulo Quintela, vertont.
A poesia de Bertolt Brecht
com
Ana Arqueiro, Carlos Silva, Cristiana Oliveira (Soprano), Daniel Pereira (bandolim), Fernando Duarte, Francisco Serafim (percussão), Gaspar Machado, Hugo Cunha (piano), Irene Brito, Luísa Fontoura e Pedro Guimarães (viola).
Direcção: António Durães.
Cumplicidades: Biblioteca Pública de Braga; Velha-a-Branca - Estaleiro Cultural
Freitag, Mai 15, 2009
«Dichterliebe» in der Museumsnacht
Samstag, 16.Mai, 21.30 Uhr
9. Österreichisch-Portugiesischer Sommerkolleg
Während des zweiwöchigen Kurses werden zehn österreichische und zehn portugiesische Studentinnen und Studenten die Möglichkeit erhalten, die Geschichte, die Sprache und die Kultur des anderen Landes besser kennen und verstehen zu lernen.
Die TeilnehmerInnen erhalten ein Stipendium vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, welches Unterbringung, Verpflegung (mit Ausnahme der Getränke), Flug- und Kurskosten deckt.
Organisation in Wien: O. Univ. Prof. Dr. Michael Metzeltin, Univ.-Lekt. Mag. Dr. Margit Thir
Institut für Romanistik / Universität Wien
Organisation in Lissabon: Prof. Dr. Pedro Cardim, Centro de História de Além-Mar
Universidade Nova de Lisboa e Universidade dos Açores
Anmeldung + Information: Prof. Dr. Pedro Cardim
Centro de História de Além-Mar
Universidade Nova de Lisboa e Universidade dos Açores
Tel:217908325 / 936119977
Email: pedro.cardim@fcsh.unl.pt
Dienstag, Mai 05, 2009
Portugal wie es leibt und lebt
Nicht kleinzukriegen – die Unterschiede in Alltag & Mentalität
(Stets mit einem Augenzwinkern zu lesen)
Selbst nach zehn Jahren in Portugal fällt es mir noch immer auf: die kleinen Dinge des Alltags, wie z. B. die Angewohnheit, sich im Café einen Espresso und ein Glas Wasser („um café e um copo d’água”) zu bestellen, allerdings nur den Espresso in Rechnung gestellt zu bekommen. Ein Stehcafé würde hierzulande garantiert nicht funktionieren. Der Portugiese muss sich erstmal hinsetzen. Er hat ja Zeit – die Uhren ticken hier sowieso ganz anders. Ist euch schon mal aufgefallen, dass selten eine Stadt in Portugal über eine dieser groβen Stadtuhren verfügt?! Man nimmt es hier wirklich nicht so mit der Pünktlichkeit. Sei es beim Fernsehprogramm oder bei Verabredungen. Im Restaurant sollte man sich auch nicht wundern, wenn einem plötzlich stinknormale Chips aus der Verpackung auf dem Teller serviert werden (da frag’ ich mich immer, wozu ich ins Restaurant gegangen bin). Genauso Geschmackssache ist die Art der Beilage: in Deutschland gerade einmal Kartoffeln ODER Reis, in Portugal generell beides. Schmecken tut’s aber. Und hat man hinterher mit dem Abwasch zu kämpfen, dann wäscht der Portugiese bei flieβendem Wasser ab, während jemand aus Deutschland erstmal die Spüle volllaufen lässt…
Beinahe hätte ich das Aushängeschild eines normdeutschen Einfamilienhaus-Eingangs vergessen (und damit meine ich nicht den aus Salzteig geformten Familiennamen an der Wand oder den schon legendären Gartenzwerg im noch so kleinen Vorgarten): Schuhe ausziehen! Dem Portugiesen mag es anfangs zwar komisch vorkommen, zumindest die eifrige portugiesische Hausfrau wird sich diesen Tipp, somit das Haus etwas sauberer zu halten, gern zu Herzen nehmen (oder auch nicht, wäre ja schade um den Frühjahrsputz – man quält sich doch so gerne). Womit wir beim Thema „Qual” wären. Der Urportugiese fristet ein elendes Dasein. Er verleiht seinem selbstzerstörerischen Masochismus durch scheinbarem Gefallen am Leiden und am Am-Leiden-gesehen-werden einen schillernden Glanz alter Tage und trauert noch heute den Weltumrundungen von einst nach. Auch sonst trauert der Portugiese gern etwas länger, ohne damit gleich mit dem (von Reiseführern schon fast vergewaltigten) Fado daher kommen zu müssen.
Logisch, dass da kaum Action angesagt ist! Der Portugiese ruht sich erstmal auf den Lorbeeren von einst aus, während die noch heute Deutschland anhaftende düstere Vergangenheit zwar präsent ist, aber niemanden daran hindert, sich selbst voran zu treiben und nach vorne zu blicken. Schubladendenken? Erfahrungswerte!
Thema Selbstständigkeit. In Deutschland zieht man mit 18-20 Jahren von zu Hause aus. In Portugal, wenn man denn auszieht, geschieht dies sehr viel später und es ist auch nicht unüblich, selbst nachdem man geheiratet hat weiterhin im Hotel Mama zu wohnen. Portugiesen sind eben viel mehr Familienmenschen. Doch bei Familienfesten zeigen sich beide von der besten Seite. In Portugal sitzt man gerne mit unzähligen Verwandten an einem groβen Tisch und wendet sich den verschiedensten Leckereien zu. Früher wurde das Sonhos-Rabanadas-Bolo-Rei-Gelage sogar noch vom kollektiven “jogos sem fronteiras”-Gucken unterbrochen. In Deutschland trifft man sich genauso in geselliger Runde und hat so seine ganz eigenen Gewohnheiten. Wie zu Silvester. Da ist „Dinner for one”-Gucken ein Muss. Dazu Bockwurst mit Kartoffel- oder Nudelsalat und hinterher noch eine Runde Bleigiessen.
Wäre doch langweilig, wenn wir alle gleich wären.
Sonntag, April 05, 2009
Buchstabengetreu
Wenn António Guerreiro schreibt "Por trás destes descuidos está o pressuposto funesto de que o leitor é ignorante e nem ousa querer sair desse estado de menoridade" - was by the way Kants Sentenz zur Frage "Was ist Aufklärung?" adaptiert, dann frage ich mich, inwieweit diese Ignoranz schlicht (auch) die Verbreitung der deutschen Sprache in Portugal betrifft. Gehört das Deutsche noch zum normalen Bildungsrepertoire der älteren Generation des portugiesischen (Kultur-)Journalismus, kann man dies für die jüngere Generation nicht mehr so behaupten. Muss man damit am Journalismus zweifeln? Oder an der Kultur europäischer Vielsprachigkeit? Niemand würde zum Beispiel nachprüfen, ob Dostoevskij nach dem russischen Original richtig zitiert wurde, oder?