Comunidade virtual dos interessados nas relações luso-alemãs*
Sonntag, Juli 11, 2010
Kafka in Portugal / Kafka em Portugal
Trotz einiger Fehler in Titeln und Namen handelt es sich um eine gute informative Ausgangsbasis für alle, die sich mit der Rezeption von Kafka in Portugal beschäftigen wollen.
Die Liste ist aktueller als diejenige, die sich am Ende der Studie von Carlota Miranda Dias Pinto (IV Congresso da APLC, Évora, Mai 2001) befindet.
METAMORFOSES D’ A METAMORFOSE
CONTRIBUTO PARA A HISTÓRIA DA TRADUÇÃO DE DIE VERWANDLUNG, DE FRANZ
KAFKA, PARA PORTUGUÊS
In der Abteilung "Sobre Kafka" auch Angaben zu Studien und Kolloquien an portugiesischen Universitäten.
Interessant: Kafka in BD (Comic).
Mir scheint, dass Angaben über szenische Adaptierungen fehlen.
Bibliografia de e sobre Franz Kafka traduzida para português
.Livros publicados em Portugal
.De Kafka
.Sobre Kafka
.Links de textos em Português
Dienstag, Juli 06, 2010
Orte von Carolina Michaëlis und Joaquim de Vasconcelos

A exposição apresentada pelo Conselho Cultural da UMinho traz imagens dos principais lugares ligados à vida do casal Carolina Michaëlis e Joaquim de Vasconcelos, sobretudo no Porto, mas também Lisboa e Coimbra, recolhidas pelo fotógrafo Luís Neves.
É proposto ao visitante um breve percurso onde se cruzam lugares de hoje com memórias difusas do que foram esses espaços. Ruas, casas, recantos - uns públicos, outros mais recolhidos -, sítios que foram de viver e de trabalhar, de partida e de chegar, de estudo ou de lazer.
A presente exposição, organizada pela Câmara Municipal do Porto e concebida e coordenada pelo Dr. Luís Cabral, autor do texto do catálogo, tenta reconstituir através da fotografia de Luís Neves o percurso geográfico e de certo modo cultural de Carolina Michaëlis e Joaquim de Vasconcelos em Portugal, dando-nos a conhecer os lugares que marcaram mais significativamente as suas vidas no Porto e em Coimbra, com passagem por Lisboa. As casas, os estabelecimentos de ensino, as livrarias, as bibliotecas, as academias que os dois frequentavam permitem-nos conhecer um roteiro familiar e intelectual que nos dá oportunidade de melhor contextualizar os espaços onde se moveram e recuperar a sua memória, cujos livros e demais espólio perpetuam. A exposição fotográfica é completada por uma mostra bibliográfica organizada pela Biblioteca Pública de Braga onde se apresenta algumas das obras mais significativas do casal.
A exposição estará patente nos dias úteis, das 9h às 12h30 e 14h às 17h30, no Largo do Paço, Braga.
Interkulturelle Mnemo-Graphien
Dabei wird der Begriff „Interkulturelle Mnemo-Graphie“ als komplexes Feld, in dem sich verschiedenste Phänomene und Dikurse transkultureller Begegnungen und entsprechender Darstellungen/Inszenierungen kreuzen, verstanden. Zur Kartographierung dieses transdiziplinären Topos gehören u.a. folgende Bereiche: Reise(literatur), Migration, Tourismus, Übersetzung, Bilinguismus, Erinnerungsorte, Stereotype, Imagologie, Post-Kolonialismus usw.
Vorschläge von kultur-, literatur- oder sprachwissenschaftlich ausgerichteten Beiträgen erbeten bis zum 15. Juli. Senden Sie uns Titel und Zusammenfassung per e-mail zu.
Die Vorträge auf Deutsch, Portugiesisch oder Englisch sind auf 30 Minuten beschränkt. Die Annahmebestätigung der vorgeschlagenen Beiträge wird bis zum 23. Juli erfolgen.
Die Teilnahme am Kolloqium ist gebührenfrei. Reise- und Unterhaltskosten können allerdings nicht vom Veranstalter getragen werden.
Organisation:
Prof. Dr. Mário Matos (Vorstand des DEGE, matos@ilch.uminho.pt)
Prof. Dr. Orlando Grossegesse (Direktor des BabeliUM, Sprachenzentrum der UM; ogro@ilch.uminho.pt)
Prof. Dr. Cristina Flores (Vize-Vorstand des DEGE; cflores@ilch.uminho.pt)
Samstag, Juni 26, 2010
Portugals Museumslandschaft
Es gibt die unterschiedlichsten Museen zwischen Algarve und Minho, die einen Besuch lohnen. Dies stellt die Nummer 47 der Portugal Post / Correio luso-hanseático mit dem thematischen Schwerpunkt «Museus de Portugal» eindrucksvoll unter Beweis. Mitglieder und Freunde der Associação Luso-Hanseática schrieben über ihre Lieblingsmuseen, oft fernab von Metropolen und Autobahnen. Gerade diese Orte öffentlichen Interesses sind immer in Gefahr des Rotstiftes, der dort ansetzt, wo nicht viel Protest zu erwarten ist. Daher ist jeder Museumsbesuch ein kleiner Beitrag zur Erhaltung der vielfältigen Kulturlandschaft.
Donnerstag, Juni 24, 2010
Wassermusik und Feuerwerksmusik zum Ausklang
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Música Aquática
Música para os Reais Fogos de Artifício
Orquestra da Universidade do Minho
Toby Hoffman, direcção musical
3 de Julho às 21.30h
Salão Medieval da Reitoria da Universidade do Minho
Entrada livre
Apoio: Reitoria da Universidade do Minho
Als Freiluftmusiken sind die dreiteilige Water Music (Wassermusik), Suite für Bootsfahrten auf der Themse, sowie die Music for the Royal Fireworks (Feuerwerksmusik) von 1749 konzipiert. Letztere wurde anlässlich des am 7. Oktober 1748 geschlossenen Aachener Friedens von König George II in Auftrag gegeben und am 27. April 1749 im Londoner Green Park uraufgeführt. Im Vorfeld kam es wegen der Orchesterbesetzung zu Auseinandersetzungen zwischen dem König und Händel. Denn der König wollte ausschließlich „Militärinstrumente“ (Oboen, Fagotte, Hörner, Trompeten und Pauken) verwendet wissen. Händel dagegen bestand auf Mitwirkung von Streichinstrumenten. Wer sich von beiden letztendlich durchsetzte, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen: Tatsache bleibt, dass Händel seine Partitur ursprünglich für „Militärinstrumente“ konzipierte, jedoch später vermerkte, dass zusätzlich Streicher die Oboen- und Fagottstimmen zu verdoppeln hätten. Die öffentliche Probe der Feuerwerksmusik mit 100 Musikern vor 12 000 Zuhörern am 21. April in Vauxhall Gardens wurde ein großer Erfolg. Das eigentliche Ereignis dagegen, die offizielle Feierlichkeit am 27. April im Green Park, endete mit einem Desaster. Durch technisches Versagen des Feuerwerks fingen die eigens für das Feuerwerk zur Feier des Aachener Friedens errichteten Bauten und Dekorationen Feuer und brannten nieder. Einzig Händels Musik soll die Ehre dieses Tages gerettet haben. [Information Wikipedia]
Montag, Juni 21, 2010
Sang- und klanglos
Diese Worte auf der Seite der Deutschen Botschaft Lissabon informieren über das Ende des Generalkonsulats Porto.
Dieser diskrete Rückzug, der sich wohl aus der Einsparung öffentlicher Gelder erklärt, bestätigt andererseits die zentralistische Organisation Portugals.
Wir erinnern an dieser Stelle dankbar an all diejenigen, die über Jahrzehnte hinweg deutsch-portugiesische Initiativen in Nordportugal unterstützt haben.
Sonntag, Juni 20, 2010
«Der Vorleser» wieder im Kino

Wer die Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman Der Vorleser (1995) noch nicht gesehen hat - oder im Kino wieder sehen will, hat dazu bis Freitag im BragaShopping Gelegenheit (Kultfilm, 19h15).
Als der Film am 12.Februar 2009 in die portugiesischen Kinos kam, schrieb João Lopes einen kurzen Artikel im Diário de Notícias.
Buch und Film - beide Produkte sind umstritten unter dem Vorwurf der Verkitschung der Holocaust-Thematik. Um sich selbst ein Urteil zu bilden: lesen & sehen.
Deutschsprachiger Site.
Samstag, Juni 19, 2010
Hanna Schygulla erinnert an Lissabon «Hafen der Hoffnung»
Die Stadt Lissabon war in den Jahren, die der Roman beschreibt, ein «Hafen der Hoffnung» für so viele Verfolgte, die es über vielerlei Grenzen hinweg geschafft hatten, bis an diesen Rand Europas zu gelangen. Die Metropole, die 1940 mit der Ausstellung der «Portugiesischen Welt» das Imperium zelebrierte, war allerdings keineswegs die Oase des Friedens und der Toleranz, als die Lissabon nun oft im Rückblick idealisiert wird.
Sie kamen zwar in eine Stadt ohne Bedrohung durch Luftangriffe, ohne Verdunkelung, und sie bekamen in der Regel genügend zu essen, doch die Verfolgung hörte nicht auf: der Estado Novo Salazars kollaborierte mit Nazi-Deutschland. Die NSDAP hatte ein gut funktionierendes Netz von Spitzeln und die Bürokratie des Estado Novo verstand es, die Verfolgten noch ein letztes Mal zu schröpfen, bevor sie sich - mit etwas Glück - nach Süd- oder Nordamerika einschiffen konnten.
Illustrative Dokumente zu der Gedenkveranstaltung finden sich auf der Kultur-Seite der Deutschen Botschaft Lissabon, auf Portugiesisch und Deutsch
Frau Tod hat ihn abgeholt - José Saramago
An diesem Ort über Saramago zu schreiben, ist vollauf gerechtfertigt. Die Beziehung Saramagos zur deutschsprachigen Welt ist eine besondere, zumindest seitdem er 1955 Erich Maria Remarque und 1956/57 die bekannnte 08/15 Trilogie von Hans Hellmut Kirst aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt hatte. Später finden sich in seinen Romanen immer wieder Figurationen der 'deutschen Identität' - Machthaber oder Handlanger in Machtstrukturen, zum Beispiel die deutschen Latifundienbesitzer in Levantado do Chão (1980). 1985 erschien als Hoffnung im Alentejo gerade dieser Roman als erster in deutscher Übersetzung - damals noch im Aufbau Verlag der DDR.
Es war 1978 in einem Ostberliner Hotel, als ihm - erschöpft auf dem Bett liegend - die Idee O ano da morte de Ricardo Reis zu schreiben, "von der Decke fiel". In diesem Roman tauchen auch ein paar Dialogsequenzen auf Deutsch - in lautlicher Umschrift - auf (ich glaube, die einzigen): Kameramänner, die im Dienste der Propaganda des Estado Novo 1936 A Revolução Nacional drehten.
1980 erscheint seine Übersetzung (wiederum aus dem Französischen) von Otto Zierers Deutscher Geschichte. Die sicherlich stärkste Beziehung, was die Textproduktion betrifft, ist das Libretto In Nomine Dei zur Oper Divara - Wasser und Blut (am 31. Oktober 1993 in Münster uraufgeführt), die die genaue Recherche eines dunklen Kapitels der Stadtgeschichte als 'Jerusalem' der Anabaptisten voraussetzte. Und sein vorletztes Buch A Viagem do Elefante (2008) geht auf einen Besuch in Salzburg am 23.November 1999 zurück, als er im Gasthaus zum Elefanten von der Geschichte erfuhr.
Saramago war viel in Deutschland und Österreich unterwegs. Alle seine Romane und vieles mehr wurden ins Deutsche übersetzt. Nach Andreas Klotsch und Ray-Güde Mertin wurde Marianne Gareis, die auch einige Jahre bei uns in Braga gelebt hat, zur Saramago-Übersetzerin des späten Romanwerkes ab A Caverna (Das Zentrum).
Als die Entscheidung der Schwedischen Akademie am 8.Oktober 1998 bekannt wurde, hatte er gerade die Frankfurter Buchmesse verlassen: man holte ihn zurück und feierte ihn auf einer improvisierten Pressekonferenz als den ersten (und bisher einzigen) Nobelpreisträger portugiesischer Sprache. Das Foto, in der er der glücklichen Ray-Güde Mertin (2007 verstorben), seiner internationalen Literaturagentin, inmitten des Gedränges die Hand küsst, ging um die Welt (leider habe ich nur das folgende Foto von der Buchmesse zur Hand).

Die Rezeption Saramagos im deutschsprachigen Raum kann sicherlich im internationalen Vergleich als privilegiert bezeichnet werden, was die Übersetzung, Medien und Presse betrifft: Saramago ist bekannt. Sein Tod hat sofort zahlreiche Nachrufe ausgelöst und beispielsweise den Spiegel dazu bewegt, zusätzlich ein Dossier zusammen zu stellen.
Im akademischen Bereich gibt es seit 1980 eine Reihe von Studien, die sich mit Saramagos Werk beschäftigen. Diese Aktivität ist leider kaum über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt geworden.
Ich selbst bin durch ein Proseminar zu Memorial do Convento von meinem Lektor José Pinto Novais 1983 dazu verleitet worden, Saramago zu lesen. Ihm habe ich daher auch die 1992 veröffentlichte Studie zu diesem Roman gewidmet. Dieser sollten über die Jahre hinweg viele weitere folgen. 1996 hatte ich Gelegenheit, ein paar Tage mit José Saramago und seiner Frau Pilar del Río zu verbringen, als am 19.-20. September in Amherst (Massachusetts) das erste internationale Kolloquium zu Saramago stattfand und wir danach im Greyhound-Bus nach New York fuhren (siehe Cadernos de Lanzarote. Diário IV, Seite 221-23).
Seitdem sind wir sporadisch in Kontakt geblieben. Ich bin kein absoluter Saramago-Fan geworden, aber doch so weit vertraut, dass ich viele Vorurteile, die so leichtfertig über sein Werk und seine Person in den Medien und in der Blogsphäre verbreitet werden, nicht teilen kann. Ebensowenig kann ich mit der Heuchelei des Staatsbegräbnisses anfangen, bei dem Persönlichkeiten am Toten vorbei defilieren, die dem Lebenden nie die Hand gegeben hätten. An dieser Entwicklung ist Saramago selbst nicht ganz unschuldig, hat er sich doch immer dem Medienspektakel ausgesetzt.

Ein durchaus vieldeutiges, ja ambivalentes Porträt habe ich in "Zur Einführung - Augenblicke" in der zweiten Auflage meines Buches Saramago lesen (Berlin, Edition tranvía 2009) zu zeichnen versucht. Das Ganze soll eine Art Handbuch sein. Gegenüber der Erstausgabe 1998 wurde es stark aktualisiert und erweitert. Der 20-seitige biographische Abriss klingt dabei in denselben Worten Saramagos vom Oktober 2008 aus, mit denen ich diesen Blog-Text begonnen habe: "Meine Lebensuhr wäre fast stehen geblieben." Die Wirkung seines Werkes wird sicherlich nicht stehen bleiben.
Auf Englisch:
Homage to José Saramago, von Christoper Rollason
Sonntag, Juni 06, 2010
100 Jahre Malte Laurids Brigge
Berliner Zeitung
Im Scheinwerfer des Herzens
Vor hundert Jahren erschien Rilkes Epochenbuch "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"
Bereits einen Monat zuvor erschienen:
Rilkes „Brigge“ wird 100
Das opus magnum des Wortmagiers zum Wiederlesen
Dorothee Arndt
© Die Berliner Literaturkritik, 30.04.10
Aber mich interessierte natürlich auch, ob sich jemand in Portugal daran erinnerte - und siehe da, in der portugiesischen Blogosphäre finde ich in Contra Mundum aus der Feder von H.G.Cancela Anmerkungen zu Os Cadernos de Malte Laurids Brigge vom 23.Mai 2010, die mit einem vergleichenden Lob enden und den Ort in der portugiesischen Leselandschaft markieren:
É um livro de formação, um livro do final da adolescência — já não o momento da descoberta, mas o da consciência dos limites da própria descoberta. Depois deste livro, textos como (por exemplo, e reportando-nos a uma obra com a qual partilha muitas afinidades) o Livro do Desassossego surgem de uma quase confrangedora banalidade. Espantoso exercício de afirmação de fé na escrita e nos seus limites, o romance de Rilke surge como instrumento senão de redenção, pelo menos de reconstrução da sua impossibilidade:
«Este jovem, este estrangeiro sem importância, este Brigge, terá de se sentar no seu quinto andar e escrever, dia e noite: sim, terá de escrever, e isso será o fim.»
Na tradução de Paulo Quintela, este é um dos mais importantes livros em língua portuguesa do século XX.
Donnerstag, Mai 20, 2010
Zum Geburtstag von Prof. Erwin Koller
Am 18. April 2010 hat sein Leben trotz aller Fülle ein zu frühes Ende gefunden. Ein unstillbarer Wissensdurst und Forschungsdrang und ein oft selbstironischer Humor hat dem körperlichen Leiden bis in die letzten Monate die fatale Schwere zu nehmen versucht.
Viele hielten ihn für älter, als er wirklich war. Das lag nicht nur an dem Leiden, das ihn frühzeitig altern ließ, sondern auch daran, dass er einen Hochschullehrer und -forscher vom ‚alten Schlage‘ verkörpert, der sich kantig, in der Sache energisch aber ohne akademische Machtallüren gegen das immer engmaschigere Netz der universitären Reglementierung und Bürokratisierung sträubte und sich auch jeglicher fachlicher Ein- und Unterordnung stets entwand.
Der am 20. Mai 1947 in Innsbruck geborene studierte an der Universität seiner Heimatstadt, wo er promoviert wurde, als Assistent lehrte und forschte bis zur Verleihung der venia legendi. Nach Gastdozenturen im Ausland und einer Vertretung an der Universität Augsburg erhält er den Ruf an die Universität Würzburg. Dort ist er von 1983 bis 1993 als Professor für Deutsche Linguistik tätig, bevor er sich dazu entschließt, mit seiner portugiesischen Frau (erneut) auszuwandern und einen Neuanfang als Professor an der Universidade do Minho zu wagen. In Braga leitete er elf Jahre lang, von 1993 bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Juni 2004, die dortige Germanistische Abteilung.
In dieser Zeit hat er ihr ein unverwechselbares Gepräge gegeben, innerhalb der Portugiesischen Germanistik und im weit ausgreifenden Netz von Partnerschaften. Über seine individuellen Forschungen und Studien hinaus hat er zahlreiche Aktivitäten initiiert, unterstützt, haupt- und mitverantwortlich realisiert. An dieser Stelle seien die ambitioniertesten hervorgehoben: das interdisziplinäre Kolloquium Suevos – Schwaben (1996), das an die einstige Rolle Bragas als Hauptstadt des Königsreichs der Sueben (411-585) anknüpft; das grenz- und sprachübergreifende Projekt Frauenlieder – Cantigas de amigo (2000); die Veranstaltung des VI. Deutsch-Portugiesischen Dialogs (2001), der sich besonders den vielfältigen Beziehungen deutschsprachiger Kultur zu Brasilien und umgekehrt widmete. Zu den großen Leistungen Erwin Kollers gehört im Jahre 1999 die Schaffung der Deutsch-Portugiesischen Postgraduation (Spezialisierung und Mestrado) als interkulturelles und bilinguales Aufbaustudium, das – weitsichtig – von Beginn an den Verbund mit Universitäten in Deutschland und Österreich vorsah, in einer Weise wie es dem späteren European Master-Programm entspricht.
Mit einem wachen Blick für das Besondere und das Detail bewegen sich Erwin Kollers Studien oft abseits ausgetretener Wege zwischen Sprachen, Kulturen und Literaturen, die hauptsächlich im Dreieck von Österreich, Deutschland und Portugal zu verorten sind, ohne dabei Exkursionen, vor allem diejenige nach Brasilien (Gastdozentur 1980-81) und ins ferne Japan (Lektor 1975-76 und später Gastdozent) zu vergessen. Mediävistik und Linguistik benennen lediglich Eckpunkte einer Fülle von nicht nur sprachgeschichtlichen sondern vielseitigen, vor allem vergleichenden Untersuchungen in Randgebieten – in jeder Hinsicht. Die Grenze des Sagbaren suchen seine Studien zur Versprachlichung von Krankheit, Verwundung und Schmerz auf, bereits Spezialgebiet seit der Dissertation (Innsbruck, 1971), bevor er sich in der Habilitationsschrift dem Totentanz widmete (Innsbruck, 1980) – ein bis in die Gegenwart zitiertes Referenzwerk. Wiederholt hat er sich mit Negierung und Negation im Sprachvergleich beschäftigt, wobei auch Fremd- und Zweitsprachdidaktik bedacht wird. Stets suchte Erwin Koller Teil-, Sonder- und Grenzgebiete auf. Dies beweist sich zum Beispiel in der synoptischen Ausgabe der 60 portugiesischen Sonette in oberschwäbischer Übersetzung von Karl Moritz Rapp, in den Studien zur Verheiratung Eleonores von Portugal mit Kaiser Friedrich III., zu den Würzburger Tagebuchaufzeichnungen des Grafen August von Platen oder zu der Frage, ob der vielgereiste Oswald von Wolkenstein am portugiesischen Überfall auf Ceuta beteiligt war.
Die produktive Kombination seiner Vorlieben für das Mittelalter, für Sprachgeschichte, Sprachvergleich und Textlinguistik ließen ihn auf überraschende Weise immer Neues entdecken: Kein Wunder, dass er zum unermüdlichen Gefährten vieler Kollegen wurde, von denen die treuesten zu Freunden wurden, und dass er als Dozent und Betreuer von Forschungsarbeiten wache Studenten zum Entdecken von grenzüberschreitenden Fragen und Feldern anregen konnte. Ohne jemals große Töne anzuschlagen, war er so – nicht zuletzt dank seines österreichischen, pardon: seines Tiroler Witzes oder des komplermentären Grantigseins – eine markante, unverwechselbare Persönlichkeit im Übergangsfeld zwischen portugiesischer Germanistik und deutschsprachiger Lusitanistik, die wir jetzt schmerzlich vermissen.
Dieser Nachruf findet sich auf den Seiten
DLV - Deutscher Lusitanistenverband
APEG - Associação Portuguesa de Estudos Germanísticos
Ausserdem gibt es:
"In Memoriam Erwin Koller" von Ingrid Piller in ihrem Blog Language on the Move.
A cerimónia terá lugar na Capela da Casa dos Cursilhos de Cristandade, que fica na Rua do Alcaide, 9, no centro de Braga (perto dos Bombeiros).
Montag, April 26, 2010
Ortszeit / Hora Local in Caminha

Wer jetzt bis zum 18.Mai (verlängert für die «Nacht der Museen»!) die Möglichkeit hat, das Museu Municipal in Caminha zu besuchen, wird die Ausstellung Ortszeit kaum wieder erkennen, so professionell und mit Liebe zum Detail wurde sie hier vom engagierten Direktor Sérgio Cadilha eingerichtet. Es lohnt sich!
Als kleinen Einblick: die Fotos von der Eröffnung am 26.April.
Ein herzliches Dankeschön an den unermüdlichen «Deutsch-Club», an die Lehrerinnen Conceição und Matilde von der ES Caminha!
Zum Kontext:
Quando o Goethe Institut Portugal disponibilizou esta exposição no âmbito das comemorações dos 20 anos da Queda do Muro, o DEGE da Universidade do Minho solicitou logo um exemplar com a ideia de fazê-la circular na região, activando a cooperação com as escolas, em parte associadas na rede APPEAL (Acção-Plano para a Promoção do Ensino e da Aprendizagem das Línguas).
No dia 7 de Novembro de 2009, Hora Local / Ortszeit foi inaugurada no Museu D. Diogo de Sousa (MDDS), em Braga, no âmbito das X Jornadas de Cultura Alemã, no segundo dia do Fórum da Associação Portuguesa de Estudos Germanísticos (APEG). Na véspera, a exposição foi visitada por Manfred Schüler, Primeiro Secretário (Assuntos Culturais) da Embaixada da República Federal da Alemanha, e Alexander Benedict, Adido para Cultura e Ciências da Embaixada da Áustria.
Depois do MDDS, a exposição já passou pelos seguintes espaços:
Theatro Club na Póvoa de Lanhoso, dia 6 a 22 de Janeiro de 2010;
Biblioteca Municipal de Barcelos, de 26 de Janeiro a 12 de Fevereiro de 2010;
Biblioteca da ES de Barcelinhos, de 18 a 26 de Fevereiro de 2010; documentação
Biblioteca Municipal de Santo Tirso, em colaboração com a ES D. Dinis, de 2 a 22 de Março de 2010;
Biblioteca da ES de Ponte de Lima, de 23 de Março a 19 de Abril de 2010; documentação
Com a inauguração da exposição no dia 26 de Abril de 2010, no Museu Municipal de Caminha (em colaboração com a ES de Caminha), o itinerário de Ortszeit – Local Time confirma o dinamismo da cooperação entre o DEGE-ILCH e as escolas da região. Em todos os lugares, por onde a exposição passa, há sessões temáticas sobre a história recente da Alemanha dirigidas ao público escolar.
Sonntag, März 21, 2010
Geldregen in Braga

Tags darauf gab es in der Presse (z.B. Titelgeschichte des Jornal de Notícias) auch Angaben über die Täterschaft: zwei deutsche Erasmus-Studenten seien es gewesen. Und im Handumdrehen wurde der Geldregen zum deutschen Brauch für Finalisten erklärt. Ich kenne hingegen nur den Brauch, dass ein frisch verheiratetes Brautpaar mit Münzen um sich wirft. Es muß aber eine gerade Anzahl sein, denn nur diese zieht Reichtum nach sich, und es ist auch wichtig, sie mit der rechten Hand zu werfen. Das haben die Studenten wohl nicht gemacht, denn einige Banknoten blieben an den Fensterscheiben kleben - zur Verzweiflung der geldgierigen Passanten.
Sonntag, März 14, 2010
Portugal im Chandos-Brief
Die hinterlassenen Aufzeichnungen meines Großvaters, des Herzogs von Exeter, über seine Negoziationen mit Frankreich und Portugal gaben mir eine Art von Grundlage. Und aus dem Sallust floß in jenen glücklichen belebten Tagen wie durch nie verstopfte Röhren die Erkenntnis der Form in mich herüber, jener tiefen wahren inneren Form, die jenseits des Geheges der rhetorischen Kunststücke erst geahnt werden kann, die, von welcher man nicht mehr sagen kann, daß sie das Stoffliche anordne, denn sie durchdringt es, sie hebt es auf und schafft Dichtung und Wahrheit zugleich, ein Widerspiel ewiger Kräfte, ein Ding, herrlich wie Musik und Algebra. Dies war mein Lieblingsplan.
Wenn der Brief 1603 an Francis Bacon geschrieben worden sein soll, dann kann der Grossvater des 26jährigen Lord Chandos, des jüngeren Sohns des Earl of Bath, unmöglich John Holland, der 2. Duque of Exeter, gewesen sein, der angeblich in zweiter Ehe 1439 Beatriz de Portugal (1386-1447), Bastardtochter von König João I und Inês Pires, geheiratet haben soll. Und auch nicht dessen Sohn Henry Holland (1430-75), der 3.Duque, der ja nur eine Tochter Anne Holland hatte. Es fehlen da noch über hundert Jahre. Von welchem Herzog von Exeter ist da wohl die Rede?
Castanheira Barros: «Ich habe ein Projekt»
A performance deste putativo challenger no congresso do PSD mais parecia um daqueles freak shows de stand-up comedy que não roubam gargalhadas, antes antecipam bocejos e põem congressistas às cabeçadas no vazio: um flop.
Castanheira Barros quis mostrar que está aí para as curvas; e se o outro tratava todos os líderes europeus por Tu ("you") e o outro hablava español en las hueras, Castanheira Barros mostrou que tem um plano, que, pelo que se depreende, passa por reproduzir em todas as línguas do mundo a expressão: "eu tenho um projecto, I have a project, j'ai un plan, tengo un plano".
Oh, Bruno, não estás muito longe da «Aufsteh-Komödie» da tua vítima. O teu português ironicamente americanizado faz bocejar e não sei se é pensado para ser engraçado que entre "todas as línguas do mundo" falta precisamente o alemão que o próprio Castanheira Barros mais salientou ("Ich habe ein Projekt") por ter feito a sua pós-graduação na Alemanha. Será que o Bruno não sabe alemão? Dann ist es Zeit, dass er ein Projekt hat.
Samstag, März 13, 2010
Fundgrube Populärkultur

Kürzlich habe ich per Zufall den Blog (oder besser: Gruppe von Blogs) unter dem Motto «Portugal através do Mundo» entdeckt.
Obwohl "Alemanha" kein besonders ergiebiger Deskriptor ist und oft in französischer Übersetzung erscheint, finden sich immerhin 21 Einträge hauptsächlich der Populärkultur. Von Film, Schlager bis hin zur Autowerbung in der urbanen Landschaft Lissabons findet man viel Vergessenes und Unbekanntes von den Vierziger Jahren bis zur Gegenwart.

Eine Fundgrube für zukünftige Estudos Luso-alemães...
Sonntag, Januar 31, 2010
Portugiesische Leser von Musils «Mann ohne Eigenschaften»
Das erinnert mich an den «Tag des Buches» 2003, als Eduardo Prado Coelho in einem Programm der SIC hartnäckig nach seinem «Lebensbuch» gefragt wurde (natürlich wollte der Journalist ein Werk portugiesischer Literatur zur Antwort): "Wenn Sie darauf bestehen, dann vielleicht Der Mann ohne Eigenschaften...
Samstag, Januar 09, 2010
Die Fälscher kommen wieder...

Am 25. Februar 2008 fragte Gabriel in diesem Blog, wann endlich Die Fälscher in Portugal zu sehen sein würden. Knapp ein Jahr nach der Weltprämiere im März 2007 kam der Film dann hierzulande in die Kinos, ohne nennenswertes Echo hervorzurufen.
Es fehlte nicht an kritischen Stimmen:
“É um exagero ter dado a este título austríaco o Óscar de Melhor Filme Estrangeiro. Mas a realização de Stefan Ruzowitsky tem o mérito da contenção”
João Lopes, Diário de Notícias
“(...) um filme que, apesar dos clichês do género, tem uma forte componente dramática e um suspense bem trabalhado, reforçado por um trabalho de fotografia eficaz, a que se junta um convincente grupo de actores”
Manuel Cintra Ferreira, Expresso
“(...) não se trata de nenhuma obra-prima. É uma excelente história num contexto histórico (...) mas que, cinematograficamente, talvez precise de se reinventar para que o futuro não o banalize”
Ana Markl, Sol
Dienstag, Dezember 29, 2009
Performance / Performanz
VII. FAGE TAGUNG in Zusammenarbeit mit APEG
16.-18. September 2010, Universitat de València (Valencia, Spanien)
Ähnliche Begriffe, unterschiedliche Konzepte. Immer stärker wird in den Geisteswissenschaften das Augenmerk auf den Prozess und nicht das Resultat gerichtet. Die Länder der Europäischen Gemeinschaft sehen das „lifelong learning“ als eines ihrer wesentlichen Ziele an, damit wir den schnellen Veränderungen in unserer Umwelt folgen können. Körper, Raum, Stimme lösen die Vision einer Objekt-Subjekt orientierten Welt ab. Die sich ergänzenden, aber auch widersprüchlichen Definitionen der Begriffe Performance und Performanz sollen Anlass für produktive Deutungen und Auseinandersetzungen geben und vor allem zu weiteren Gedanken und Handlungen anregen.
Themenvorschläge und Exposé (200-250 Worte) werden bis zum 15. Januar 2010 als Word-Dokument erbeten an die jeweilige/n Sektionsleiter/in und an die Tagungskoordinatorin Brigitte Jirku.Information zu Sektionen aus der Literatur-, Kultur-, Translations- und Sprachwissenschaft sowie Kontakte auf der Webseite der APEG.