Arthur Duarte selbst sollte Jahrzehnte später 1971 in der Fernsehadaptierung Die Nacht von Lissabon nach dem berühmten gleichnamigen Roman Erich Maria Remarques von 1963 mitwirken.
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Donnerstag, August 22, 2013
Gastarbeiter beim deutschen Film mit Folgen: Arthur Duarte
Arthur Duarte selbst sollte Jahrzehnte später 1971 in der Fernsehadaptierung Die Nacht von Lissabon nach dem berühmten gleichnamigen Roman Erich Maria Remarques von 1963 mitwirken.
Mittwoch, August 21, 2013
Spezialisten am Werk: Willy (oder Isy) Goldberger
Grossegesse, Orlando (1995), “Das Deutsche und das Europäische im Werk José Saramagos”. In: Portugal und Deutschland auf dem Weg nach Europa, (orgs.) Marília dos Santos Lopes, Ulrich Knefelkamp e Peter Hanenberg. Pfaffenweiler, Centaurus, 221-231.
Murtinheira, Alcides / Metzeltin, Igor (2010), Geschichte des portugiesischen Kinos. Wien, Praesens Verlag.
Weniger, Kay (2011), Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben … Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Hamburg, Acabus.
Samstag, August 03, 2013
Eis o Mar Wadden... Schaut her hier ist das Wattenmeer
Es gibt Stille und Schafe, was die etwas dümmlich-oberflächliche Anspielung auf den Film O Silêncio dos Cordeiros im Titel des Artikels motiviert.
Der Begriff
Mar de Baixio ist die geläufigste Übersetzung von Wattenmeer, obgleich man sie bislang nicht in der portugiesischsprachigen Wikipedia findet (der Suchmotor schlägt alternativ Mar de Paixão vor), allerdings sehr wohl auf zahlreichen Tourismus-Seiten wie zum Beispiel diese des Bundesministeriums.
Dass dieser Konsens noch keineswegs konsolidiert ist, zeigt in besagtem Artikel der Satz, der den deutschen Begriff, den Lehnbegriff aus dem Englischen und erst an dritter Stelle die genannte Übersetzung anbietet:
"Estávamos perante o Wattenmeer ou Mar Wadden ou Mar de Baixio, (...). Uma paisagem que se estende por dez mil quilómetros quadrados e muda drasticamente duas vezes por dia. (...) É mágico."
Mar Wadden ist die direkte Übersetzung von Wadden Sea (seinerseits aus dem Niederländischen Waddenzee). Die portugiesische Wikipedia bevorzugt den Begriff Mar Frísio (alternativ mar de Wadden, als ob es ein Eigenname wäre). Der deutschsprachige Mutterartikel Watt (Küste), der von einer grundlegenden Definition ausgeht ("Als Watt bezeichnet man Flächen in der Gezeitenzone der Küsten, die bei Niedrigwasser trocken fallen") führt auf der portugiesisichen Seite zu dem Eintrag Zona entremarés ou região entremarés - bislang eine terminologische Sackgasse, auch wenn Wikipedia meinen Vorschlag, doch mar de baixio an erste Stelle der Synonymenliste zu setzen von gestern auf heute flugs akzeptiert hat.
Terminologisch wird nicht die Verbindung gezogen zwischen allgemeinem Naturphänomen, das sich an verschiedenen Stellen des Erdballs findet, und spezifischer Natur- und Kulturlandschaft an der Nordsee, die im hochdeutschen Wikipedia-Eintrag nur natürlich ist. Dabei müsste man bloss erklären, dass watt auf niederdeutsch seicht bedeutet oder gar den plattdüütschen Eintrag zu Watt aufsuchen: "Watt is de siede Meerbodden an de Küst, de bi Ebb kilometerwiet dröög, bi uplopen Water aver von schetteriggraue Floot vüllig överdeckt is". Da staunste nu, wat?
Nordfriesen
Seicht dümpelt der Expresso-Artikel weiter, als sich Ljubomir Stanisic & Mónica Franco dem Stadtkern von Husum nähern, genial definiert als "o coração da cidade, a praça onde todas as ruas começam e acabam" sowie als "lugar certo para apreciar a Alemanha por dentro" - eine Verallgemeinerung, die sich wohl nur Touristen erlauben können, ebenso wie eine Suche nach der Essenz, nach dem deutschen Herzen. Dazu passt die Fortsetzung "E digamos que a Alemanha é bastante orgânica...". Es folgt ein Lob auf das farbenprächtige frische Gemüse und auf die hauseigene Schlächterei (Familienbetrieb), um in einem Rundumschlag den Schluss zu ziehen:"In Husum haben wir pro Quadratmeter mehr nette Deutsche kennengelernt als in ganz Deutschland"
[Em Husum conhecemos mais alemães simpáticos por metro quadrado do que em toda a Alemanha]
Was auf den ersten Blick als Kompliment erscheint, entpuppt sich als (wohl witzig gemeinte) Bestätigung des Klischees vom ungehobelten Deutschen, der nicht nett und herzlich sein kann so wie unsere lieben Südländer. Die Nordfriesen an diesem tiefen Rand, die nicht mit den Deutschen in einen Topf geworfen werden wollen (schon gar nicht mit den deutschen Touristen / aber auch nicht mit den Ostfriesen!), freut das aber sicher. Mal sehen, was die nächsten Kilometer bringen...
Samstag, Februar 02, 2013
Spätsommerkurs Portugiesisch 2013 mit Zusatzprogramm
Die portugiesischen Universitäten bieten ihre Sommerkurse Portugiesisch als Fremdsprache meistens im Juli an. Das ist für Studenten an deutschen, österreichischen oder schweizer Hochschulen eine sehr ungünstige Zeit, weil sie zumindest teilweise ins Sommersemester oder in Examenszeiten fällt. Dem will das Sprachenzentrum BabeliUM der Universidade do Minho (Braga / Guimarães) abhelfen durch ein speziell auf dieses Zielpublikum ausgerichtetes Angebot.
26. August bis 14. September 2013
Zusatzprogramm zu deutsch-portugiesischen Beziehungen
(auf deutsch + portugiesische Ausdrücke) in drei Modulen zu jeweils 4 Stunden:
(Prof. Orlando Grossegesse)
Juli 2013 eine Nachricht an dirbabelium@ilch.uminho.pt. Umgehend bestätigen wir Ihnen
Ihre Anmeldung und teilen Ihnen die Daten für die Überweisung der Kursgebühr mit, die dann bis
zum 31. Juli 2013 erfolgen sollte.
Samstag, Juli 07, 2012
Spätsommerkurs Portugiesisch
27. August bis 15. September 2012
Wenn Sie Interesse an diesem Spätsommerkurs haben, dann schreiben Sie bis spätestens 20. Juli 2012 eine Nachricht an dirbabelium@ilch.uminho.pt.
Else Althausse - Linda-a-Pastora (2)
Von ihrem Mann, Henrique Delgado Westenfeld (portugiesische Mutter / deutscher Vater) stammt eine dichte, eindringliche Beschreibung jener kulturellen Szene an der Peripherie, in der Deutsche, Portugiesen und Künstler anderer Herkunft aufeinander trafen.
Else Althausse Westenfeld starb bereits am 24. 2. 1936.
Hein Semke - von Hamburg nach Linda-a-Pastora
1929 kam er zum ersten Mal nach Lissabon. Ab 1932 liess er sich in einem damals kleinen und fast idyllischen Vorort der Metropole, Linda-a-Pastora, zwischen Queijas und Dafundo nieder, der als der Ort des portugiesischen Dichters Cesário Verde bekannt geworden ist.
Hingegen weitgehend vergessen ist, dass es dort zwischen 1924 und 1944 einen schillernden kulturellen, künstlerischen und literarischen Begegnungsort gab, in dem Semke ab 1932 neue Lebens- und Schaffenskraft fand nach seelischen und köperlichen Krisen.
Im Artikel des Lissaboner Fliesenmuseum (Museu Nacional de Azulejos) heisst es über das Haus von Hein Semke:
Esta casa de Linda-a-Pastora foi centro de convívio de intelectuais e artistas (nos anos 30: Almada Negreiros, Sarah Afonso, Mário Eloy, Luís de Montalvor, Carlos Parreira, João Gaspar Simões, Manuel da Silveira, António Varela, Jorge Segurado, Diogo de Macedo, o Dr. Oliveira Martins (médico dos artistas), Abel Manta e família, António Ferro, Maria Helena Vieira da Silva e Arpad Szènes; nos anos 40: Carlos Queiroz, Bernardo Marques, o casal Cunha Leão, Vitor Falcão, José Osório de Oliveira, Manuel Valadares, Manuel Mendes, Mário Chicó, Dário Mendes e Aquilino Ribeiro - companheiros do café a "Brasileira do Chiado").
Eine Bronzeskulptur von 1934 namens «Schmerz» (A dor) findet sich im Garten der Gulbenkian Stiftung:
Was den Kulturellen Verein der Deutschen Botschaft betrifft, kam es jedoch bald nach 1933 zu einem immer deutlicheren Bruch: 1935 wurden Semkes Skulpturen als “entartet” verfemt und das Mahnmal «Kameradschaft des Untergangs» durch NS-Anhänger der deutschen Kolonie zerstört.
Hierzu der (immer wieder) lesenswerte illustrierte Beitrag
«Der Streit um die Skulpturen Hein Semkes im Ehrenhof der deutschen evangelischen Kirche in Lissabon»
von Christiane Tichy in der Portugal-Post (28 /
1936 nahm Semke am spanischen Bürgerkrieg teil.
1937 nach Linda-a-Pastora zurückgekehrt und bald in den 40er Jahren nach Lissabon umgezogen (Atelier und Wohnung), arbeitete er als Bildhauer, Keramiker, Maler.
1940 gehörte er zu denjenigen, die die Exposição do Mundo Português unter der Leitung von António Ferro mitgestalteten.
Zunehmend entfaltete er sich auch als Lyriker und Künstlerbuchgestalter. Die Identität des Dichters thematisiert die folgende Keramik von 1949, die an den Stil von José Régios Selbstillustrationen gemahnt:
Hein Semke war in zahlreichen Ausstellungen, hauptsächlich in Portugal vertreten. Seine wichtigsten Arbeiten in Lissabon sind im Garten der Gulbenkian-Stiftung, der deutschen evangelischen Kirche, Hotel Ritz, Rektorat der Klassischen Universität u.a..
Weitere Einzelheiten im Beitrag von Paulo Henriques (2005) [Museu do Chiado]
Semkes unschätzbaren Beitrags zur portugiesischen Kunst soll aus Anlass der Wiederkehr seines Geburtstags - auch wenn er in kein 'rundes' Jahr fällt - hiermit gedacht werden [dieser Blog-Eintrag ist die spätere Erweiterung eines ursprünglich spontanen Facebook-Eintrags in DEGE].
Sonntag, März 04, 2012
Mehr Licht (1985)

from Goethe’s dying words. It belongs to a series of collages made between 1981
and 1986, which Julião Sarmento (* 1948) assembled from disparate painted and drawn fragments.
Here he uses both invented imagery and photographs, many of which derive from
blurred photographs he found in newspapers. Characteristically, Sarmento intends
the main image to be ambivalent. ‘A man holding a woman’s neck can be anything’,
he has said. ‘It can be a tender gesture. It can be a violent gesture.’
Mittwoch, März 23, 2011
Der Schosshund
Samstag, März 05, 2011
Vom «Ultimatum Britânico» zum «Deutschen Ultimatum»
o meu país tem oito séculos de história, não é subserviente com ninguém, a não ser com o seu povo e com o que o povo tem a dizer.
Sócrates als «erster Diener im Staat» ganz in der Tradition des aufgeklärten Absolutismus (pardon: des demokratischen Republikanismus).
Wen wunderts da, wenn das Editorial des Diário Económico vom 3.März 2011 unter dem Titel Merkel deve passar das palavras aos actos tönt:
Portugal está a fazer o seu trabalho - "bem" segundo a chanceler. É preciso que a Alemanha também faça o seu.
Dies ist also der richtige Moment für eine Ode à Alemanha, wie damals der Ode à Inglaterra. Sócrates weiss, dass er auf dieses tapfere Volk zählen kann, das sich von ihm an der Nase herumführen lässt, solange er das patriotische Lied flötet.
Samstag, Januar 08, 2011
Sabão alemão / Sabão Offenbach - Zur Geschichte der Seife in Portugal (2)

In die Irre führt die synonyme Behandlung von «Sabão Macaco» in der englischsprachigen Wikipedia, da dies auf eine spätere Einführung der «monkey soap» zurückgeht. Diese wurde erst 1899 in den USA und England auf den Markt gebracht und erschien (wann?) in Portugal unter anderem als «Sabão Tarzam», wie Ana Marques Pereira (2010) in einem illustrativen Beitrag ihres Blogs Garfadas on-line nachweist.
Dieser Verwirrung ist es auch zu verdanken, dass die Firma Serrote im April 2013 die limitierte Auflage eines Notizheftes in Retro-Branding Caderno Azul & Branco OFFENBACH - MACACO produzierte. Kurioserweise gibt es eine partielle Homophonie der deutschen Wörter: Offenb... - Affe (Pl.: Affen).
Kehren wir zurück zur echten «Sabão Offenbach»: Wer hat sie 1850 in Portugal eingeführt? Soviel steht fest: Im Jahre 1894 wurde von Rosalvo da Silva Almeida und Manuel dos Santos Pereira in Braga eine Siederei gegründet, die sich auf die Produktion von "sabão do tipo offenbach" spezialisierte. Sie sollte zum Massenprodukt des Betriebes werden, der unter dem Namen Confiança nationale und sogar internationale Bekanntheit erlangte.
Die Marke Confiança wurde 2009 vom ehemaligen Konkurrenten Ach Brito aufgekauft, der kurioserweise auch deutsch-portugiesische Verbindungen in seiner Entstehung aufweist, wie wir dies bereits im 1. Kapitel «Zur Geschichte der Seife in Portugal» ausgeführt haben.
Offenbach rosa und Offenbach azul finden sich weiterhin in der Produktpalette des Konzerns. Und Aquiles Brito tritt allen Besorgnissen entgegen, das gute Stück Seife könnte verschwinden:
“(...) o produto estrela, o que lhe traz mais vendas, é o Sabão Offenbach, cor rosa para as vendas a norte e azul para as vendas a sul. Não tenho qualquer explicação do porquê, o mercado é mesmo assim” (Aquiles Brito in Luísa Pinto, 2016)
(Beitrag aktualisiert nach der Lektüre des Artikels von Luísa Pinto (2016), "O que a alfazema e o sabão têm a ver com isto?", Público, 05.03.2016)
Freitag, Dezember 17, 2010
1939 deutsches Fernsehen in Rio de Janeiro
Nachdem das von Hans Pressler (Direktor der Forschungsstelle der Reichspost) geleitete deutsche Team in Buenos Aires beim Weltposttag den Telefunken-Empfänger FE 7 vorgeführt hatte, gab es am 2. Juni 1939 zum ersten Mal in Brasilien einen experimentellen Fernsehbetrieb, der am folgenden Tag dem Präsidenten Getúlio Vargas und einer Reihe von Ministern präsentiert wurde. Bestandteil war die Direktübertragung einer Musikveranstaltung, u.a. mit dem Duo Preto e Branco, Herivelto Martins und Nino Chagas, zusammen mit der Solistin Dalva de Oliveira (Bild) - so eine SchwarzWeiss-Mischung hatte sicher nicht Hitlers Segen.
Am Sonntagnachmittag des 4.Juni und für die Dauer von zwei Wochen konnten dann die Bürger Rio de Janeiros auf der Funkausstellung erstmals die Flimmerkiste kennen lernen. Damals ahnte man noch nicht, dass es das brasilianische Medium der Telenovela werden sollte.
Angesichts dieser Fakten stellt sich die Frage, wie das Fernsehen in Portugal eingeführt wurde. Gab es auch hier eine Propaganda-Mission aus dem Deutschen Reich?
Áureo Busetto, "Em busca da caixa mágica: o Estado Novo e a televisão", Revista Brasileira História, vol. 27 (2007), nº 54, Associação Nacional de História: São Paulo, S. 177-196
António Sérgio Ribeiro, "As primeiras exibições da televisão no Brasil", Assembleia legislativa do Estado de São Paulo (ALESP), 17.09.2010
Samstag, Dezember 11, 2010
Nach Einführung des Honorarkonsuls in Porto: Botschafter besucht die Universidade do Minho
Am darauf folgenden 29. Oktober stattete Botschafter Elfenkämper zusammen mit dem ersten Sekretär Manfred Schüler der Universidade do Minho einen offiziellen Besuch ab.
Den Nachmittag füllte eine Rundreise zu verschiedenen Forschungszentren, die internationales Ansehen geniessen, angefangen mit der Gruppe 3 Bs (Biomateriais, Biodegradáveis, Biomiméticos) im Ave Park, danach im Campus de Azurém (Guimarães) die Abteilung für Robotforschung (Prof. Wolfram Erlhagen), das Zentrum für Computergraphik (CCG), das mit der TU Darmstadt in enger Partnerschaft steht, und abschliessend das Forschungszentrum für die Entwicklung von Kunststoffen (Polymerchemie - PIEP).
In Braga folgte nach einem kurzen Gespräch mit dem Rektor, Prof. António Cunha, am Abend der Festakt zum 20jährigen Bestehen der Germanistik an der Universidade do Minho (in memoriam Prof. Erwin Koller). Nach dem Abendessen rundete ein Liederabend mit Schuberts Winterreise den Besuch des Botschafters ab.
Alface ist nicht nur Kopfsalat... Zur Geschichte der Seife in Portugal (1)


Kurios eine weitere deutsche Intervention in der Unternehmensgeschichte: Heinrich Gleiser arbeitete als 4-Meter-hohe Attraktion für Ach.Brito auf der 1. Kolonialausstellung Portugals im Jahre 1934.

* Siehe ausserdem den Beitrag von Paulo Heitlinger: "O renascer do sabonete vintage em Portugal", Cadernos de Tipografia e Design, Nr. 11, September 2008, 15-19.
Gilberto: "Edle Seife aus Portugal erlebt ihr duftendes Comeback", Portugalmania, 23. Dezember 2007.
Dienstag, August 10, 2010
Wieder einmal: Der letzte Fado
Wer einigermassen vertraut ist mit den Portugal-Bildern, die die deutschsprachige Presse spätestens seit dem Erdbeben von Lissabon 1755 über die Jahrhunderte und Jahrzehnte hinweg beharrlich verbreitet hat, wird Oliver Jungens fetzig runtergeschriebene Glosse vom 9. August 2010 (FAZ), die mit diesen zwei Sätzen unter dem Titel «Der letzte Fado» den Leser anlocken möchte, als einen Neuaufguss des Altbekannten gähnend beiseite legen: Klischee-Collage. Eine weitere Kostprobe gefällig?
[...], die Krise befeuert die herausragendste Kulturleistung des stolzen, kleinen Landes, nämlich die voller Inbrunst in den blauen Himmel geschmetterte Fundamentaldepression namens Fado. Was waren wir einst bedeutsam, singt man in noch mehr Variationen, als es Rezepte für den vertrockneten Bacalhau gibt. Dass die goldene Zeit mehr als ein halbes Jahrtausend zurückliegt, tut der Trauer keinen Abbruch. Man knabbert am Schicksal, wie man am Stockfisch knabbert: klagend zufrieden. Auch Christian [sic!] Ronaldo lieben die Portugiesen noch mehr, seit er keine Tore mehr schießt.
Vielleicht überbietet Oliver Jungen durch eine Spur mehr Zynismus seine Vorgänger. Aber das wird keine Krise bilateraler Beziehungen auslösen (vielleicht dann, wenn dasselbe in El País stehen würde...). Weiter geht's in der Ethnographie des heutigen Portugiesen:
Was hingegen tatsächlich faul ist, ist des Portugiesen klassische Behausung. Von Braga bis Faro überall dasselbe Bild: Die Orte zerfallen von den Zentren her. Die zehn Millionen Einwohner Portugals fliehen nach wie vor aus den Altstädten in trostlose Betonriegel, die seit den Siebzigern die Stadtränder verunstalten. Besonders die Wohnsilos von Lissabon und Porto besitzen höchste Anziehungskraft. Ein morbider Charme umgibt dagegen viele der teilweise noch aus dem sechzehnten und siebzehnten, vor allem aber aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert stammenden Ortskerne, die inzwischen durch ein erstklassiges, mit EU-Subventionen ausgebautes, aber die meiste Zeit geisterhaft leeres Autobahnnetz verbunden sind.
Der Tourist kann gut mit leeren Autobahnen, malerischen Ruinen und traurigem Fado leben: dieses Publikum hat die FAZ auf ihrer Seite; etwas anderes wäre es, den Normalportugiesen ernst zu nehmen, der jenseits des «letzten Fado» mit dem PEC (über-)leben muss. Das heisst nicht, dass Oliver Jungen mit seinen Blitz-Impressionen vollkommen falsch liegt: Leidensfähigkeit (und nicht etwa Sozialstaat oder Demokratie...) auf dem Prüfstand.
Fortsetzung folgt - garantiert.
Sonntag, August 01, 2010
Der Hamburger Amália-Rodrigues-Weg
Weitere Information zum Ereignis:
Bericht von Peter Koj in Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft.
Samstag, Juli 31, 2010
Die neue REAL ist im Netz
"REAL é um projecto conjunto das Universidades portuguesas onde existe a área da Germanística. Neste sentido, ela é propriedade das seguintes instituições: Universidade de Lisboa, Universidade Nova de Lisboa, Universidade Católica Portuguesa, Universidade Aberta, Universidade de Coimbra, Universidade de Aveiro, Universidade do Porto, Universidade do Minho e Universidade da Madeira. Inicialmente está sediada na Faculdade de Letras da Universidade de Lisboa, onde permanecerá nos próximos quatro anos, passando depois para uma das outras Universidades.
A REAL é a primeira revista de Estudos Alemães online em Portugal. Pretende dinamizar e agilizar a interacção entre os germanistas e todos os interessados na língua e nas culturas de expressão alemã, contribuindo para revitalizar este campo disciplinar." [Editorial]
Sonntag, Juli 11, 2010
Kafka in Portugal / Kafka em Portugal
Trotz einiger Fehler in Titeln und Namen handelt es sich um eine gute informative Ausgangsbasis für alle, die sich mit der Rezeption von Kafka in Portugal beschäftigen wollen.
Die Liste ist aktueller als diejenige, die sich am Ende der Studie von Carlota Miranda Dias Pinto (IV Congresso da APLC, Évora, Mai 2001) befindet.
METAMORFOSES D’ A METAMORFOSE
CONTRIBUTO PARA A HISTÓRIA DA TRADUÇÃO DE DIE VERWANDLUNG, DE FRANZ
KAFKA, PARA PORTUGUÊS
In der Abteilung "Sobre Kafka" auch Angaben zu Studien und Kolloquien an portugiesischen Universitäten.
Interessant: Kafka in BD (Comic).
Mir scheint, dass Angaben über szenische Adaptierungen fehlen.
Bibliografia de e sobre Franz Kafka traduzida para português
.Livros publicados em Portugal
.De Kafka
.Sobre Kafka
.Links de textos em Português
Dienstag, Juli 06, 2010
Orte von Carolina Michaëlis und Joaquim de Vasconcelos

A exposição apresentada pelo Conselho Cultural da UMinho traz imagens dos principais lugares ligados à vida do casal Carolina Michaëlis e Joaquim de Vasconcelos, sobretudo no Porto, mas também Lisboa e Coimbra, recolhidas pelo fotógrafo Luís Neves.
É proposto ao visitante um breve percurso onde se cruzam lugares de hoje com memórias difusas do que foram esses espaços. Ruas, casas, recantos - uns públicos, outros mais recolhidos -, sítios que foram de viver e de trabalhar, de partida e de chegar, de estudo ou de lazer.
A presente exposição, organizada pela Câmara Municipal do Porto e concebida e coordenada pelo Dr. Luís Cabral, autor do texto do catálogo, tenta reconstituir através da fotografia de Luís Neves o percurso geográfico e de certo modo cultural de Carolina Michaëlis e Joaquim de Vasconcelos em Portugal, dando-nos a conhecer os lugares que marcaram mais significativamente as suas vidas no Porto e em Coimbra, com passagem por Lisboa. As casas, os estabelecimentos de ensino, as livrarias, as bibliotecas, as academias que os dois frequentavam permitem-nos conhecer um roteiro familiar e intelectual que nos dá oportunidade de melhor contextualizar os espaços onde se moveram e recuperar a sua memória, cujos livros e demais espólio perpetuam. A exposição fotográfica é completada por uma mostra bibliográfica organizada pela Biblioteca Pública de Braga onde se apresenta algumas das obras mais significativas do casal.
A exposição estará patente nos dias úteis, das 9h às 12h30 e 14h às 17h30, no Largo do Paço, Braga.





