Freitag, November 27, 2009

Die Verbindung Braga - Hamburg

Peter Kojs elektronischen Rundbrief zur Portugal-Post (schon die Nummer 46!) nehme ich zum Anlass, um endlich den Link zur Portugiesisch-Hanseatischen Gesellschaft in diesen Blog aufzunehmen. Das hatte ich schon lange vor.

Immer wieder schmökere ich in den Artikeln des gut sortierten Archivs der Portugal-Post, um Wissenswertes zu den Deutsch-Portugiesischen Beziehungen zu erfahren - man findet da so manchen interessanten Lebenslauf zwischen den Kulturen.

Die Beziehung der Bragenser Germanistik zur Hamburger Lusitanistik ist besonders dicht, was die Dozenten- und Studentenschaft betrifft. Das muss einmal gesagt werden. Natürlich in der Hoffung, dass so eine Erklärung auch diesen Blog weiter belebt. Ich erinnere nur an verschiedene frühere und jetzige Mestrado-Studenten mit Hamburger Lebens- und Studierhintergrund wie Claudia Breitbarth (Lektorin Braga), Sofia Unkart (Lektorin HH), Carina Eira und Gabriel Lourenço Silva, dem Initiator dieses Blogs.

Zu Eduardo Lourenço als Lektor an der Hamburger Universität habe ich schon in einem früheren Post geschrieben. Ich glaube, das letzte Mal war ich selbst im Dezember 2007 zum Torga-Kolloquium dort.


Notiz am Rande des lusitanischen Hamburgs: am S-Bahnhof-Dammtor kann man sich echte natas schmecken lassen!





Die 1854 in Thüringen gebürtige Romanisitin Luise Ey gab nach ihrer Rückkehr aus Portugal von 1909 an in Hamburg Portugiesischunterricht. Zunächst am Kolonialinstitut, später an der frisch gegründeten Universität (1919 bis 1923). Sie hatte sich in Porto mit Carolina Michaëlis befreundet, der 1923 die Universität Hamburg die Ehrendoktorwürde verlieh. Leider hatte ich jetzt keine Zeit, zum Kolloquium zu Carolina Michaëlis und Joaquim Vasconcelos (19. bis 21. November) nach Porto zu fahren.

Spätestens zum 2. Intensivseminar des MneGIC-Projekts im Mai 2010 werden Dozenten und Studenten aus Hamburg und Braga wieder ausgiebig ins Gespräch kommen - diesmal im sonnigen Salerno, dort wo die Zitronen blühn...

Sonntag, November 08, 2009

Schwanengesang

Am Freitag, den 6. November fand ein Schubert-Liederabend im gut gefüllten Salão Nobre des Edifício dos Congregados (UM, Avenida Central) statt, der zugleich das kulturelle Beiprogramm zum APEG-Forum Neue Germanistische Studien / German Studies bildete.





Der rüstige Bariton Oliveira Lopes beeindruckte durch seine Stimm- und Gedächtnisstärke, als er ohne jede Texthilfe überzeugend die Lieder in den verschiedenen Stillagen sicher interpretierte, begleitet von Luís Pipa am Piano. "Schubert ist mein Leben", bekannte Oliveira Lopes mir danach, während er Programmhefte (mit dem Bildmotiv von Caspar David Friedrichs «Eismeer») für die zahlreichen Bewunderer signierte - denn einige hatten ihn schon vor vierzig, dreissig Jahren in ihrer Kindheit oder Jugend gehört!

Er erinnerte sich daran, dass er bereits 1965 von Curt Meyer-Clason (damaliger Direktor de Goethe-Instituts Lissabon) eingeladen wurde, und vor 20 Jahren - zu der Zeit, als die Mauer fiel - , von Bettina Kern (damalige Attachée für Kultur der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland). Auch diesmal hat die Botschaft wesentlich zum Gelingen beigetragen.


Foto aus der kurzen Reportage im ComUM.

Liederabende des deutschsprachigen Liedes haben mittlerweile einen festen Platz im kulturellen Angebot der Stadt Braga. Es sei nur an Die Schöne Müllerin mit Manuel Pedro Nunes (Bariton) und Paule Grimaldi am Klavier erinnert (Museu Nogueira da Silva, 26. Mai 2007) und am selben Ort und mit denselben Interpreten Lieder von Robert Schumann und Hugo Wolf zu Gedichten Joseph von Eichendorffs (Hommage Prof. Erwin Koller, 24. November 2007). Und erneut Robert Schumanns Dichterliebe mit dem Tenor Marcos Santos und Paule Grimaldi am Klavier in der «Museumsnacht» vom 16.Mai 2009 (siehe Post).

Die Mauer fiel - 20 Jahre danach

natürlich kann dieser Blog nicht schweigend über die weltweit verstreuten Gedenkveranstaltungen hinweg gehen. Ich selbst bin bisher nicht dazu gekommen etwas rein zu setzen, weil ich das APEG-Forum Neue Germanistische Studien / German Studies vorbereiten musste, das vom 6. bis 7. November erfolgreich über die Bühne gegangen ist. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Morgen wird es auch an der Universidade do Minho (ILCH - Sala de Actos) eine Gedenkveranstaltung geben:

14h00: The Fall of the Berlin Wall. From Divided Germany to Reunification (Doku von Jens Nicolai, Spiegel TV & DW-TV, Deutsche Welle, 2009) [30 min.]

Vorträge [Moderation: Prof. Dr. Mário Matos, Direktor des DEGE]

14h30 - Dr.ª Nadejda Nagovitsina Machado (Universidade do Minho, DEGE):
Perestroika: olhares de vivência?

15h00 - Dr. Sérgio Lorré:
20 anos sem Muro – Vivências berlinenses em 1989 [Apresentação de livro com fotos]

15h30 - Prof. Dr. Miguel Bandeira (Universidade do Minho, ICS):
O Teatro do Mundo - expedição histórica Lisboa-Berlim (28 de Dezembro de 1989)
[com apresentação de um diaporama de testemunho pessoal]

16h00-16h30 – Kaffeepause

16h30: Dr.ª Claudia Breitbarth (Universidade do Minho, DEGE): O Leste que num instante se tornou Oeste

17h00 Prof.ª Drª Teresa Pinheiro (Universität Chemnitz): Discursos memorialistas em torno dos 20 anos da Queda do Muro de Berlim

Postdata: Ausgehend von dieser Veranstaltung und der Ausstellung Ortszeit im Museu D.Diogo de Sousa hat der Kanal UP eine zweiteilige Produktion mit kurzen Interviews gemacht. Über das Buch von Sérgio Lorré.